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Van der Vaart als Heilsbringer für den HSV

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Durchwachsene Vorbereitungsspiele, frühes Pokal-Aus und ein saftloser Auftritt gegen Nürnberg sorgten jüngst für lange Gesichter bei Fans und Verantwortlichen des HSV. Wieder ein Zitterjahr inklusive Abstiegskampf für den Bundesliga-Dino? Die Realität drohte sich weiter von den hochfliegenden Ansprüchen an der Elbe zu entfernen.

ER kommt!

Erst kursierten zarte Gerüchte, dann wurde das Flüstern zum Raunen und am letzten Augusttag kam nach letztem Hin und Her die Bestätigung: Rafael van der Vaart kehrt zum HSV zurück! Hamburgs Edel-Fan Kühne hatte sein pralles Portemonnaie geöffnet und die nötigen Millionen Richtung Tottenham springen lassen. Dort passte der 29-jährige Holländer dem neuen Spurs-Coach Villas-Boas nicht mehr ins Konzept und so wurde der Mittelfeldtechniker ins Transferschaufenster gestellt.

Seit dem 31. August gibt es in Hamburg kein Halten mehr. Die Medien feiern van der Vaart als langerwarteten Messias zur Wiederbelebung des maladen Traditionsclubs und im Fanshop wird fast nur noch das Trikot mit der Rückennummer 23 eingepackt. Alle 48 „vdV“-Tore aus drei erfolgreichen Jahren beim HSV werden noch einmal ausgegraben und sollen als Wegweiser für die Zukunft dienen. Deren Farbe hat sich mit der Rückkehr des Niederländers von dunkelgrau in strahlendes Rosarot verklärt, möchte man meinen.

Wer ist Rafael van der Vaart?

Van der Vaart ist ein Gewächs der legendären Ajax Amsterdam-Schule. 2005 bis 2008 verlieh er dann dem HSV erstmalig seinen Glanz und wanderte schließlich nicht ganz friedvoll Richtung Real Madrid ab, wo er sich bis 2010 nicht durchsetzen konnte. Der Wechsel ins Tottenham-Trikot brachte zunächst Erfolge und Fußball-Freude zurück, endete aber in erneuter Perspektivlosigkeit.

Kunstvolle Freistöße, brillante Pässe, hohe Spielübersicht und 116 Tore in 313 clubübergreifenden Ligaeinsätzen sind die Visitenkarte des Holländers. Allerdings bremsten den Edelkicker auch immer wieder verschiedene Verletzungen aus.

Wird jetzt alles besser in Hamburg?

Dies ist nur bedingt zu erwarten, obwohl mit van der Vaart eine der wohl größten Baustellen im HSV-Spiel, die fade, impulsarme Offensivarbeit, einen gehörigen Schub erhält. Vom Heimkehrer sind eigene Tore sowie ideenreicher Spielaufbau und Vorlagen für die Offensivkräfte Berg oder Son zu erwarten. Er kann die vakante Führungsrolle ausfüllen und zum wertvollen Lehrmeister für Talente wie Beister werden, im Notfall sogar Defensivaufgaben übernehmen.

Für den HSV steht zu hoffen, dass sich diese offensive Frischzellenkur gehörig in Tore ummünzt, denn nur dann besteht eine Chance, der mitunter katastrophalen Defensive mehr Entwicklungszeit zu geben. Die ist aktuell jederzeit für einen Aussetzer nebst Gegentor gut. Keeper Adler wird auch weiterhin manchen Bock ausmerzen müssen, den ihm Innerverteidigung oder defensives Mittelfeld schießen. Immerhin steigen mit van der Vaart die Chancen, dass ein Spiel nun 3:2 endet, statt punkt- und torlos wie zuletzt.

Der aktuelle Euphorie-Ruck ist ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Hier bringt die Verpflichtung des Niederländers einen dicken Pluspunkt. Die Karten für die Saison sind neu gemischt. Trainer Fink wird nun Erfolge liefern müssen. Seinem Ruf nach Kaderverbesserung sind die Verantwortlichen nicht nur mit diesem Einkauf gefolgt. Jetzt oder nie, heißt es beim HSV. Rafael van der Vaart muss die Rückkehr in die Erfolgsspur einleiten, wenn der Club nicht tatsächlich in der zweiten oder dritten Reihe des deutschen Fußballs verschwinden will.

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