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Saisonvorschau VfB Stuttgart

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Die wohl wenigstens Teams in der Bundesliga würden sich mit einem 12. Platz am Ende der Saison und einer 2:3 Niederlage im DFB-Pokal Finale zufrieden geben. Auch die Verantwortlichen beim VfB Stuttgart wünschen sich solch ein erneutes Abschneiden sicherlich nicht erneut, dennoch können Sportdirektor Fredi Bobic und Trainer Bruno Labbadia diese Ergebnisse ganz genau einordnen. Der VfB ist nach wie vor eine Mannschaft im Umbruch, die finanziellen Spielräume beim Deutschen Meister von 2006 sind eingeschränkt und reichen nicht dazu aus um 34. Spieltage auf Augenhöge mit Teams wie Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund, Schalke 04 oder den Bayern mitzuhalten.

Aufgrund der Tatsache das der Finalgegner im DFB-Pokal FC Bayern München hieß, werden die Schwaben auch kommende Saison auf drei Hochzeiten tanzen, doch diesmal scheint sich die sportliche Führung besser auf die Mehrfachbelastung vorzubereiten. In der „laufenden“ Sommerpause war der VfB sehr umtriebig und hat trotz neuer finanzieller Einschnitte einige interessante Verpflichtungen getätigt. Während man sich in der Vergangenheit daran versucht hat mit klangvollen Namen wie Klaas-Jan Huntelaar zu verstärken setzen die Stuttgarter diese Saison voll und ganz auf eine tiefe, qualitative Kaderbreite. Jene Breite die vergangenes Jahr gefehlt hat und mitverantwortlich war für die sportliche Achterbahnfahrt.

Kaderbreite, dass A und O beim VfB Stuttgart

Blickt man etwas genauer auf den aktuellen Kader des VfB merkt man recht schnell, dass Labbadia auf nahezu jeder Position mindestens eine qualitative Alternative dazubekommen hat. Für die Außenbahn wurden mit Daniel Schwaab und Konstantin Rausch zwei gestandene Bundesligaprofis verpflichtet, vor allem Rausch dürfte auf der linken Seite für deutlich mehr Offensivschwung sorgen. Als netter Nebeneffekt wird durch Schwaab und Rausch auch auf die bisherigen Stammkräfte Gotoku Sakai, Arthur Boka und Christian Molinaro der Druck deutlich erhöht. Letzterer denkt bereits öffentlich über einen Wechsel nach.

Doch nicht nur in der Viererkette ist man breiter aufgestellt, auch das komplette Mittelfeld wird neu geordnet kommende Saison. Im defensiven Zentrum konnte man mit Moritz Leitner einen der vielversprechendsten deutschen U21-Nationalspeler verpflichten. Auch wenn Leitner vorerst „nur“ auf Leihbasis zwei Jahre in Stuttgart spielt ist er Labbadia’s absoluter Wunschspieler und wird mit dem erfahrenen Christian Gentner aller Voraussicht nach die Doppel-Sechs bilden.

Auch auf den Außen hat sich der VfB um Verstärkung bemüht, der Deutsch-Türke Sercan Sararer kam aus Fürth und kann sowohl links als auch rechts spielen. Im offensiven Mittelfeld der Schwaben besteht ohnehin die größte Flexibilität. Spieler wie Ibrahima Traore, Martin Harnik, Alexandru Maxim oder Sararer können nahezu jede Position im Mittelfeld bekleiden. Darüber hinaus stehen mit Tunay Torun und Daniel Didavi quasi zwei Neuzugänge zur Verfügung, beide Mittelfeldspieler haben aufgrund zahlreicher Verletzungen in der vergangenen Saison kaum Spielpraxis sammeln können.

Last but not least hat es sich der ehemalige Stürmer Bobic auch nicht nehmen lassen einen neuen Angreifer zu verpflichten. Zu sehr hing Stuttgart in der Vergangenheit von der Form und Trefferquote eines Vedad Ibisevic ab. Mit Mohammed Abdellaoue erhält Labbadia einen „fertigen“ Stürmer der seine Qualitäten in der Bundesliga bereits unter Beweis gestellt hat. Der Norweger kam aus Hannover und ist ähnlich wie Ibisevic ein klassischer Mittel-/Strafraumstürmer, der nicht lange fackelt beim Abschluss. Darüber hinaus hat man sich mit Marco Rojas ein äußerst interessantes Talent gesichert. Der Neuseeländer wurde vergangenes Jahr Australiens Fußballer des Jahres, ist mit seinen 21 Jahren und dem Wechsel nach Europa aber wohl eher ein Mann für die Zukunft. Dennoch unterstreicht dieser Transfer die Ambitionen des VfB trotz Erfolgsdruck weiterhin auf junge Talente zu setzen.

Wir sind gespannt ob Stuttgart mit der neu gewonnen Kaderbreite diese Saison in der Lage sein wird in alle drei Wettbewerben konstante Leistungen zu zeigen. Auch wenn der DFB-Pokal und die Europa League mit ihren K.o.-Phasen und entsprechenden Einnahmemöglichkeiten besonders interessant sind für die Stuttgarter, liegt der Fokus auf dem „Brot und Butter-Geschäft“ Bundesliga. Denn eins steht fest, mit zweistelligen Tabellenplatzierungen wird der VfB mittel- bis langfristig seine Strahlkraft für oben genannte Neuverpflichtungen verlieren.

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