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Münchner Dominanz

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Leverkusens Sportchef Rudi Völler befürchtet schon vor der kommenden Saison eine erdrückende Dominanz der Bayern über den Rest der Liga und sieht den Verein aus München in einer ganz eigenen Dimension. Tatsächlich wiesen die ersten sommerlichen Bayern-Auftritte beim Telekom Cup gegen Gladbach und den HSV auf eine beeindruckende Frühform hin. Die FCB-Maschinerie spult bereits wieder eine gelungene Offensiv-Aktion nach der anderen ab und spielt die Gegner an die Wand. Von Startproblemen wegen intensiver Konditionseinheiten zum Trainingsauftakt oder Anlaufschwierigkeiten mit dem neuen Trainer Pep Guardiola sind die Münchener weit entfernt. Schon Wochen vor dem ersten Spieltag scheint das Rennen um die Meisterschaft gelaufen zu sein.

Eine Klasse für sich

Auch wenn mit Gomez und Tymoshchuk zwei prominente Abgänge zu verzeichnen sind, wächst das Potential des Bayern-Kaders mit den Verpflichtungen von Mario Götze und Thiago Alcántara noch einmal deutlich an. Schwachstellen sind in dieser Best Of-Liste internationaler Spitzenkicker nicht auszumachen. Allein mit dem Mittelfeld-Personal ließen sich gleich zwei Spitzenteams aufbauen. Einzig der Bayern-Sturm könnte sich zu einem Problem entwickeln, wenn keine personelle Aufstockung mehr erfolgt. Für das intensive Bayern-Programm mit dem Fokus auf die Titelverteidigung in der Champions League erscheint dieser Part mit nur zwei nominellen Angreifern zu dünn besetzt. Dies wird auch Neu-Coach Guardiola nicht entgangen sein und sicherlich noch zu ein oder zwei Transfermeldungen der Bayern führen.

Keine Wiederholung des Klinsmann-Debakels in Sicht

Als sich das Ende der Ära Heynkes abzeichnete und mit Barcas Lichtgestalt Guardiola der wohl begehrteste Trainer der Welt verpflichtet wurde, war die deutsche Fußball-Welt zunächst elektrisiert. Schon bald kamen aber auch Erinnerungen an das einzigartige Missverständnis zwischen Jürgen Klinsmann und den Bayern auf. Dass sich ähnliche Abgründe auch zwischen Pep Guardiola und der Mannschaft auftun, steht nach den ersten Wochen seiner Ägide allerdings nicht zu befürchten.

Guardiola hat sich in der Ferne akribisch auf seine neue Aufgabe vorbereitet und fleißig die deutsche Sprache gelernt. In insgesamt fünf Sprachen dürfte der Katalane jeden Spieler erreichen. Er erscheint bei seinen Auftritten auf dem Trainingsplatz und an der Seitenlinie absolut unaufgeregt. Weder versucht er, den Fußball neu zu erfinden, noch plant er eine Kopie des FC Barcelona. Ohnehin kann dieses Team momentan nur in Nuancen verbessert werden. Guardiola wird sich erst bewähren müssen, wenn es durch ein paar unerwartete Niederlagen an der Isar einmal stürmisch werden sollte.

Spannung auf den Plätzen

Wo die Meisterschale offensichtlich schon vergeben ist, bleibt dem Rest der Liga nur der Kampf um die Plätze. Leverkusen und Dortmund waren jüngst die einzigen Teams, welche den Münchenern mal mehr, mal weniger Paroli bieten konnten. In der kommenden Spielzeit sieht es bei beiden Clubs wieder nach weniger Paroli aus.

Mit Götze und Schürrle verlieren die Vereine absolute Leistungsträger. Während die Leverkusener Neueinkäufe eher beliebig erscheinen, konnten die Dortmunder dank prall gefüllter Kassen mit Mkhitaryan und Aubameyang immerhin zwei Hochkaräter verpflichten. Beide können das offensive und schnelle BVB-Spiel bereichern. An einem guten Tag mag es für die Dortmunder sogar reichen, um die Bayern zu ärgern. Betrachtet man die gesamte Saison, wird sich der BVB allerdings mit einem Platz hinter dem FCB begnügen müssen. Für den Rest der Liga bleiben die ersten Plätze wohl eine komplette Utopie.

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