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Sportschule

Sportschule

Sunwind68 » 27.12.2005, 09:57
Hallo zusammen, vielleicht kann mir jemand hier bisschen weiterhelfen.

Also mein Sohn, 12 Jahre alt (D-Jugend) spielt seit den Bambinis im Verein Fußballl. Nun steht der Schulwechsel bevor auf die weiterführende Schule und er wollte/will gern auf eine Sportschule bzw. Sportbetonte Schule. Er hat sich bei drei Schulen bis jetzt vorgestellt (in Berlin) und bei zwei Schulen bis jetzt eine Absage erhalten. “Da so viele Bewerbungen vorlagen müssen wir auch talentierten Spielern absagen, da andere eben noch besser sind… Du kannst dich aber im nächsten Jahr nochmal vorstellen… usw.usf.” Na jedenfalls war er jetzt ganz schön enttäuscht. In seinem Verein (Kreisliga) ist er in der Mannschaft einer der besten und für die Sportschule reicht es nicht. Dort meinen sie er sei eben nicht gut genug. Wie soll man besser werden, wenn man nicht die Möglichkeit auf ein gutes Training bekommt??? Die Verantwortlichen in der Sportschule haben eben auch gesagt, die Kids sollten in Höherklassigen Vereinen spielen, unter ausgebildeten Trainern, sonst würden sie irgendwann nichts mehr dazu lernen. Wie macht man das? Meldet man das Kind einfach bei so einem Verein an? Die nehmen doch bestimmt auch nicht jeden an und sind doch meist überlaufen oder nicht? Soll ich ihn einfach in seinem Verein lassen, obwohl er sich selbst dort unterfordert fühlt?

Wäre für ein paar Ratschläge dankbar.

P.S. Mit dem Traniner der 1.Männer haben wir schon mal gesprochen (er war Nationalspieler in der UdSSR) und er meinte auch, dass er Verständnis hätte wenn wir ihn woanders anmelden, da die Jungs im Verein nicht genug lernen würden.

Lieben Gruß
Sunwind


Re: Sportschule

TSG » 27.12.2005, 16:08
Hallo,

aus meiner Erfahrung würde ich empfehlen, mit dem Trainer ein offenes Wort zu sprechen und ihm einen Wechsel zum Sommer ankündigen.
Als nächster Schritt würde ich mir einen Verein suchen, auch einmal umhören, wer eine gute Kritik bekommt, wer höher spielt mit seiner Jugendmannschaft und so weiter. Hier kann man auch auf Hallenturniere schnell mit den Eltern der anderen Spieler in Kontakt kommen und so nach ihrer Erfahrungen mit dem Verein und Trainer sich erkundigen.
Wenn man einen Verein gefunden hat, kann man normal immer drei bis vier mal mittrainieren, danach sieht man schnell ob das passt, ob er es schaffen kann. Nicht gleich beim erstenmal die Flinte ins Korn werfen, sondern öfters hingehen, damit die erste Schüchternheit abgelegt wird.
Alles weitere, wenn er so gut ist, wird das dann der neue Verein regeln.
Bei uns muß ein Spieler entsprechend schriftlich vorher abgemeldet werden, danach beantragt der neue Verein seinen Paß und das ganze noch vor dem entsprechenden Wechseltermin, danach wird er gesperrt.

Einen Rat möchte ich euch mitgeben, versucht bei eurem “Alten Trainer” einen fairen und sauberen Abgang zu machen, mit offenen Karten spielen, damit er wenn es schief geht, jederzeit zu seinen Freunden zurück kommen darf!
Wenn der “Alte Trainer” das weiter kommen des Jungen im Interesse hat, wird er ihn gehen lassen und ihm einen schönen Abschied gestalten, damit er ihn vielleicht einmal zurück bekommt. Gehen wird er so oder so…

Alles gute und nehmt euch Zeit für die Suche!

TSG


Re: Sportschule

stefang1977 » 29.12.2005, 00:05
Hi Sunwind,

ich kenne mich mit solchen Sportschulen leider nicht aus. Keine Ahnung wen sie nehmen oder wen nicht. Damit meine ich, wo hoch die Latte liegt, um drüber zu kommen. Beim Fußball kann ich schon denke ich mitreden.

Wenn man einer der besten in einer Kreisliga-Mannschaft ist bedeutet dies schonmal gar nichts. Außer vielleicht, dass er besser als seine 11 Mannschaftskameraden ist. Wenn ich richtig informiert bin, gibt es in Berlin bereits 6 Ligen bei der D-Jugend. Verbandsliga – Landesliga – Bezirksliga – Bezirksklasse – Kreisliga A – Kreisliga B.

Meine Erfahrung ist, dass talentierte Kinder früher oder später von guten Vereinen angesprochen werden. Ich rede jetzt nicht von kleinen Stars, sondern einfach von Kindern, die sich schon von der Masse abheben.

Es gibt in Deutschland zum Beispiel das Stützpunkttraining. Dies fängt soviel ich weiß beim älteren Jahrgang E-Jugend an. Jeder Verein im entsprechenden Fußballkreis schickt seine vier besten Spieler zu einem Talenttag, wo aus allen Kindern 24 ausgesucht werden. Diese erhalten dann einmal die Woche ein Sondertraining. Sicher gehen schonmal gute Spieler an der Sichtung vorbei, weil Vereine ihre Kinder nicht dorthin schicken aber die Stützpunkttrainer beobachten auch bei Spielen und Turnieren viele Mannschaften und schauen wer eventuell für dieses Stützpunktraining in Frage kommt.

Anscheinend ist dein Sohn ja nicht dabei. Eine Möglichkeit wäre sich schlau zu machen, wo dieses Training stattfindet und anfragen, ob er mal mittrainieren könnte. So bekommst man schonmal einen kleinen Eindruck, auf welchem Level die wirklich guten dieser Altersklasse spielen. Alle Top-Spieler sind dort jedoch nicht vorhanden, denn Spieler der Bundesliga-Mannschaften dürfen am Stützpunkttraining nicht teilnehmen.

Das Problem was ich als Trainer immer sehe ist, dass das Bewusstsein der Eltern, ob ein Spieler gut ist oder nicht, oftmals weit mit der Realität auseinander geht.

“In seinem Verein (Kreisliga) ist er in der Mannschaft einer der besten und für die Sportschule reicht es nicht”

Für mich sind das zwei verschiedene Welten, die dort aufeinander treffen. Du fragst jetzt glücklicherweise nach. Du glaubst aber nicht, was manche Eltern für Ärger machen, die ihr Kind für den Star halten. Schau, wieviel verschiedene Ligen es in Berlin gibt. Dein Sohn spielt in einer der niedrigsten. Zugegeben dies heißt nicht unbedingt etwas, da ich nicht weiß wie sehr Vereine mit guten Jugendmannschaften Spieler anderer Vereine “abwerben”.

Musste dein Sohn eigentlich irgendeinen Test machen um sich bei der Schule anzumelden? Wenn nicht, kann es natürlich sein, dass Namen (Vereine, wo die jeweiligen Kinder spielen) eine große Rolle spielen.

Aber nochmal zurück zu deiner Frage. ;-) Ich würde ebenfalls empfehlen, offem mit dem Trainer zu sprechen und ihm um seine Einschätzung bitten. Problem dabei ist, dass meiner Meinung nach 90% der derzeiten Jugendtrainer, nie zugeben würden, der Junge wäre woanders besser aufgehoben. Du kennst den Trainer und kannst eher einschätzen, ob man auf seine Antwort etwas geben kann.

Eine andere Möglichkeit wäre zu einem Probetraining eines anderen Vereins zu gehen. Dies kann man mit Zustimmung des eigenen Vereins ohne Weiteres machen. Schaue mal unter www.fussball.de welche Vereine es in Berlin gibt. Dort wirst du denke ich auch die verschiedenen Ligen sehen. Vielleicht ist ein Verein in eurer Wohnnähe, der höherklassig spielt. Aber aufgepasst, höherklassig bedeutet nicht unbedingt, dass dein Sohn dort besser aufgehoben ist. Höherklassig ist keine Garantie dafür, dass das Training vernünftig geleitet wird. Aber dies als Elternteil abzuschätzen ist mit Sicherheit unmöglich. Schau dir einfach mehrere Vereine an. Dort wo ihr euch am wohlsten fühlt, wäre ja eine Möglichkeit zu wechseln.

Natürlich muss man bei einem Wechsel alle Konsequenzen beachten. Der Druck auf die Kleinen wird größer. Es kann auch sein, dass Vereine versprechen, dass dein Sohn spielt und am Ende doch nur auf der Bank sitzt. Wenn der Junge darauf vorbereitet ist, ist die etwaige Enttäuschung nicht ganz so groß. Einen Wechsel zurück gibt es immer.


Re: Sportschule

Sunwind68 » 29.12.2005, 08:33
Hallo TSG und stefang,

vielen Dank für eure Antworten.

Gruß Sunwind

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