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Leistungsgedanke bei Bambini

Leistungsgedanke bei Bambini

Anonymous » 17.01.2007, 12:30
Hallo zusammen,

zuerst wollte ich mich mal kurz vorstellen, da in meinem Profil steht -> ist untergetaucht: bin seit einem Jahr Trainer im Bambinibereich, habe mal in grauer Vorzeit Sportabi gemacht, was aber bei Trainingslehre, Sozialisation im Training usw. hilft. Habe vor diesem Trainerjob schon christliche Jugendgruppen geleitet, Tenniskids und Fussballherrenmannschaft trainiert.

Ich verfolge die Diskussionen über Leistungsgedanke, Stammformation, usw. bei Bambini sehr aufmerksam, da das Thema auch bei uns eine große Rolle spielt. Als ich ins Trainergeschäft einstieg, hatte der damalige und auch heutige Trainer auch das Problem bis zu 25 Kids zu trainieren mit unterschiedlichstem Leistungsniveau.

Wir analysierten die Sitauation und entschlossen uns die Gruppe aufzuteilen im Training und zwar nach Jahrgang eine Gruppe 1999 und 2000, eine Gruppe 2000 und 2001 unabhängig vom Leistungsniveau. Der Trainer damals war sehr skeptisch, verloren wir am Anfang auch mit beiden Mannschaften recht deftig, Ergebnisse von 1:13 und so waren keine Seltenheit. Aber im Training konnten wir nach und nach das Niveau aller steigern – wir forderten allerdings auch viel (ich habe die Erfahrung gemacht man kann Kinder nicht überfordern, wenn man kindgerecht erklärt).
Und siehe da nach und nach wurden wir immer besser und konnten am Ende bei fast allen Turnieren auch mit dem jüngeren Jahrgang (die 1999er haben aus verschiedenen Gründen nicht so oft mitgespielt) gut mithalten und sogar mal 2. oder 3. werden. Zum Turniersieg hat es nie gereicht, doch wir spielten fast immer gegen ältere und uns war wichtig, dass die Kids spielerisch besser wurden.

In dieser Saison spielen wir nun mit unseren 2000 und 2001ern eine tolle Saison, bei ca. 40 Spielen erst 3 Niederlagen und 3 Gegentore. Es ist die gleiche Mannschaft wie vor dem Sommer, aber jetzt eingespielt.

Wir haben mittlerweile auch wieder eine 2. Mannschaft mit fast überwiegend neuen Spielern, die am Anfang von uns mitbetreut wurden, die ebenfalls gut mitspielt.

Deshalb mein Statement: Eine optimale Trainingsgruppe besteht aus 10-12 Kids und bei dieser Größe kann man den Kids einfach viel beibringen. Wir hatten dieses Jahr auch das Problem mit zunehmender Gruppengröße und haben den Eltern ganz klar gesagt, dass wir das nicht auf Dauer leisten können und sehr schnell hat sich ein weiterer Trainer aus den Vätern gefunden.
Daneben haben wir ein Väterfussball eingeführt, wo die Väter der Spieler in lockerer Form gemeinsam kicken. Das hat sehr viel zum Engagement der Eltern beigetragen.
Wir versuchen die Eltern weiterhin über Elternabende, Elternbriefe, Sommerfest, Weihnachtsfeier, Kinobesuch mit Kids einzubinden.
Der Erfolg zeigt sich u.a darin, dass ein Vater freiwillig ein wenig mit den jeweiligen Torhütern trainiert, ein weitere ab März unsere dann 3 Mannschaft übernimmt (2001, 2002).
Ich glaube der Erfolg kann nur in Kooperation mit den Eltern geschehen und man muss als Trainer auch den Mut haben den eigenen Ehrgeiz und den der Eltern immer wieder kritisch zu hinterfragen.

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