elfmeter.de

Körpereinsatz

Körpereinsatz

Agent_Smith » 19.09.2007, 08:35
Hallo liebe Community,

ich trainiere seit diesem Jahr die F1-Jugend in unserem Verein. Ich bin zwar sehr interessiert und ehrgeizig bei der Sache, befasste mich aber in der Vergangenheit nur strategisch mit Fussball, denn operativ spiele ich selber seit 25 Jahren Handball. In meinem Training versuche ich die DFB-Lehre umzusetzen.

Nun zu meinem Problem:
Wie ja noch teilweise üblich bei den F-Junioren, lässt der Körpereinsatz noch zu wünschen übrig. Bei manchen allerdings gibt es hier auch schon recht gute Entwicklungen zu verzeichnen. Mein Sohn z.B. hat durch ein negatives Schlüsselerlebnis bei seinem ersten Bambino-Training tierisch viel Angst in den Zweikampf zu gehen. Dies ist um so mehr schade, weil mein Sohn über eine sehr ausgeprägte Übersicht und Spielintilligenz verfügt – wenn er denn mal den Ball hat. Er ist auch technisch stark und hat schon oftmals bewiesen, dass er im Dribbling einige Gegner aussteigen lassen kann. Aber leider überfällt ihn zu oft die Angst und er weicht zurück oder ist viel zu zögerlich und unentschlossen. Aber, so geht es eben den Meisten meiner Jungs. Ich finde die 1gegen1 Übungseinheiten der DFB Online-Datenbank sind nicht das richtige Mittel. Irgendwie müssten die erste einmal lernen, auch mal sich mit Ihrem Körper in den Gegner zu lehnen oder mit der Schulter zu drücken oder so.

Kennt Ihr auch das Problem, oder besser noch: Welche Übungseinheiten gibt es für diese Problematik ?


re: Körpereinsatz

mickinho » 19.09.2007, 09:01
Bei meiner Mannschaft hat sich die Zweikampfstärke durch viel Spielpraxis entwickelt. Wir haben über 70 Spiele innerhalb eines Jahres gemacht (Meisterschaft, Turniere, Freundschaft). Das prägt!

Speziell trainiert haben wir “Körpereinsatz” nicht, aber ich habe den Kids immer wieder gesagt dass sie sich den Ball beim Gegner holen müssen und nicht darauf warten können dass dieser den Ball freiwillig hergibt oder aus Versehen verliert.

Ich habe den Kids natürlich auch gesagt dass sie dagegen halten müssen wenn der Gegner “drückt” oder “rempelt”.

Aber wie gesagt, durch die Spielpraxis wurden die Kids von alleine immer Selbstbewusster und auch robuster.

Trotzdem wird nach wie vor fair gespielt!


re: re: Körpereinsatz

Agent_Smith » 19.09.2007, 09:25
Das Fair Play gilt es ja nicht außer Kraft zu setzen. Rempeln und Drücken ist ja erlaubt. Acu meine Jungs spielen schon seit 3 oder 4 Jahren Fußball und haben sicherlich so manche Spielpraxis. Aber dennoch finde ich die Jungs zu zögerlich. Die lassen sich von jüngeren Jahrgängen wegdrücken und den Ball wegnehmen.


re: Körpereinsatz

Anton » 19.09.2007, 11:26
Im Prinzip ist das Drücken im Zeikampf nur mit anlegtem Oberarm erlaubt, leider beobachte ich, dass immer mehr Kids mittlerweile mit weit ausgestrecktem Arm den Ball verteidigen, bzw in den Zweikampf gehen. Die meisten (Papa) Schiris lassen dies aber durchgehen! Mickinho hat Recht, durch viel Spielpraxis entwickeln sich Zweikampfstärke und somit Robustheit weiter. Ich frage mich allerdings was an 1 gegen 1 Übungen einzuwenden ist, denn das ist doch Zeikampf pur!!

Vielleicht bist du auch nur etwas zu ungeduldig, also das 1-1, 2-2 usw. gehört einfach oft ins Training und ist auf Sicht sehr effizient!

ruß
Arno


re: Körpereinsatz

Arno » 04.10.2007, 23:13
also ich mache eine übungseinheit die gut dagegen helfen kann

an beiden seiten des torpfosten sind reihen von spielern ich werfe einen ball übers tor nach vorne und wenn der ball aufkommt dürfen die zwei spieler vorne am pfosten loslaufen und müssen sich entscheident durchsetzen und dann zum torabschluss kommen

diese übung wird auch gut angeommen bei meinen jungs weil sie sich messen sollen mit anderen spielern und dabei noch tore schießen sollen

mfg Arno


re: Körpereinsatz

flip » 17.05.2008, 16:15
Hallo,
leider habe ich festgestellt, dass in vielen Vereinen mit zuviel Körpereinsatz gespielt wird (auch schon bei den ganz jungen Jahrgängen wie z.B. in der F-Jugend) – teilweise geht es nicht mehr um den Ball, sondern nur noch darum, den Spieler von den Beinen zu holen. Leider schauen es sich viele junge Spieler bei den Profis ab.

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, meine F-Jungs nahezu ohne jeglichen Körperkontakt spielen zu lassen. Darauf habe ich das Spielsystem ausgelegt, indem ich schnelles und präzises Direktpassspiel trainiere und das damit verbundene Spiel ohne Ball. Wenn der Gegner im Ballbesitz ist, wird der Raum so abgedeckt, dass der Ball abgelaufen und dann sofort wieder direkt gespielt wird. Dadurch ist das Spiel sehr schnell und bevor der Gegner bei einem meiner Spieler ist, ist der Ball schon wieder weg. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Spieler eine gute Spielübersicht bekommen und dadurch die Positionen schnell wechseln können. Es ist attraktiv und sehr erfolgreich. Und ich finde es besser als dass die Spieler dribbelnd und auf den Boden starrend so lange laufen bis sie gestoppt werden – egal ob fair oder unfair.

Im Übrigen fände ich es ohnehin besser, wenn auch im Profifußball nicht so hart gespielt werden würde. Auch Basketball ist sicherlich mit Körpereinsatz verbunden, aber richtiger Körperkontakt ist kaum vorhanden und wird sofort geahndet. Beim Fußball werden m.E. zu häufig Spieler durch unfaire Einwirkung durch andere Spieler verletzt – ein Freistoß oder auch eine Gelbe Karte sind als Strafen einfach zu milde für grobes Foulspiel. Verletzungen werden dabei häufig billigend in Kauf genommen. Ist eben meine persönliche Meinung.

Sportliche Grüße

flip


re: re: Körpereinsatz

StKie » 17.05.2008, 19:07
[quote=flip]Hallo,
leider habe ich festgestellt, dass in vielen Vereinen mit zuviel Körpereinsatz gespielt wird (auch schon bei den ganz jungen Jahrgängen wie z.B. in der F-Jugend) – teilweise geht es nicht mehr um den Ball, sondern nur noch darum, den Spieler von den Beinen zu holen. Leider schauen es sich viele junge Spieler bei den Profis ab.

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, meine F-Jungs nahezu ohne jeglichen Körperkontakt spielen zu lassen. Darauf habe ich das Spielsystem ausgelegt, indem ich schnelles und präzises Direktpassspiel trainiere und das damit verbundene Spiel ohne Ball. Wenn der Gegner im Ballbesitz ist, wird der Raum so abgedeckt, dass der Ball abgelaufen und dann sofort wieder direkt gespielt wird. Dadurch ist das Spiel sehr schnell und bevor der Gegner bei einem meiner Spieler ist, ist der Ball schon wieder weg. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Spieler eine gute Spielübersicht bekommen und dadurch die Positionen schnell wechseln können. Es ist attraktiv und sehr erfolgreich. Und ich finde es besser als dass die Spieler dribbelnd und auf den Boden starrend so lange laufen bis sie gestoppt werden – egal ob fair oder unfair.

Im Übrigen fände ich es ohnehin besser, wenn auch im Profifußball nicht so hart gespielt werden würde. Auch Basketball ist sicherlich mit Körpereinsatz verbunden, aber richtiger Körperkontakt ist kaum vorhanden und wird sofort geahndet. Beim Fußball werden m.E. zu häufig Spieler durch unfaire Einwirkung durch andere Spieler verletzt – ein Freistoß oder auch eine Gelbe Karte sind als Strafen einfach zu milde für grobes Foulspiel. Verletzungen werden dabei häufig billigend in Kauf genommen. Ist eben meine persönliche Meinung.

Sportliche Grüße

flip [/quote]

Hallo Flip,

auch ich lehen UNFAIREN Körpereinsatz ab. Viele F-Jugenden werden so trainiert, wie Deine. Aber bitte bedenke eine wichtige Sache:

- Fußball ist ein Kontaktsport – anders, als beim Basketball gehört ein faires Tackling und der Willen zum Zweikampf zum Spiel – und macht es auch interessant!

- Wir beschweren uns, daß die Herren im Profisport oft die 1:1-Situation vor dem letzten Gegner scheuen – das ist ein Nachteil der Deutschen gegenüber vielen anderen Nationen. Der Grundstock zum Zweikampf wird genau in den jungen Jahren gelegt, in denen Du Deine Mannschaft gerade führst.

Zweikampf gehört dazu. Kurzpassspiel auch – aber in jungen Jahren müssen die Kinder ein faires, aber mutiges Zweikampfspiel lernen. Oder möchtest Du, daß Dein Stürmer vor dem letzten Abwehrspieler auf das Nachrücken der Mitspieler wartet? Willst Du, daß Dein Libero (oder Innenverteidiger) vor dem Abspiel aus dem eigenen Strafraum heraus wartet, bis eigene Spieler zurückrücken?

In der G- und der F-Jugend geht das noch – jüngere E auch noch. Spätestens in der älteren E-Jugend, wenn Du auf Mannschaften triffst, die auch mal 2 oder 3 Auswahl-/Stützpunktspieler haben, wirst Du Probleme bekommen.

Auch bei großen Turnieren mit Mannschaften, die aus den Internaten der großen Clubs kommen, wirst Du auf Dauer mit dieser Methode abgeschossen – die sind schneller, als Deine!


re: Körpereinsatz

Torhammer » 17.05.2008, 22:14
Ich trainiere mit meinen Jungs (Mittlerweile Junge D-Jugend ) schon seit einigen Jahren den Körpereinsatz. Dabei lasse ich die Jungs immer im zweier Team gegen einander im Kampf um den Ball auf das Tor Stürmen!
Es ist ein Langer Lernprozess, aber mittlerweile haben die Kinder keine scheu mehr, selbst wenn auf Asche gespielt wird. Die Jungs kämpfen mittlerweile um jeden Ball und lassen sich dabei nicht die Butter vom Brot nehmen. Und wenn sich einer mal Verletzt, was sehr Selten Vorkommt, dann dauert es maximal 2 Minuten und es geht weiter.
Fußball wird halt mit Körperkontakt gespielt! Und der Schwächere/Unerfahrenere hat das Nachsehen.


re: Körpereinsatz

mickinho » 17.05.2008, 22:30
Man muss zwischen Körpereinsatz und Foulspiel unterscheiden. Leichtes Rempeln ist nicht zu vergleichen mit Karatesprüngen oder von hinten die Beine wegtreten. Die letzten beiden Aktionen kommen zum Glück in unserem F-Jugendbereich eigentlich nie vor.

Ich habe meinen Jungs immer vor Augen gehalten dass sie sich den Ball beim Gegner holen müssen und nicht darauf warten sollen dass der Gegner den Ball verstolpert oder freiwillig hergibt.

Je stärker der Gegner umso mehr ist da auch Körpereinsatz notwendig. Das bedeutet ja noch lange nicht dass dies unfair ablaufen muss. Warum nicht mal im Zweikampf die Schulter anspannen statt am Gegenspieler abzuprallen.

Bei uns im Kreis geht es sehr gesittet zu, hartes Spiel ist da eher die grosse Ausnahme. Grobes oder vorsätzliches Foulspiel hat es in der abgelaufenen Saison bei unseren Spielen eigentlich gar nicht gegeben.


re: Körpereinsatz

Torhammer » 17.05.2008, 22:59
Harter Körpereinsatz heißt ja nicht gleich Foulspiel oder Unsportliches Verhalten. Aber die Kinder dürfen sich auch nicht alles gefallen lassen. Letztendlich Entscheidet der Schiedsrichter über Foul oder nicht Foul.
Aktionen wie Tim Wiese im Spiel gegen den HSV sind Natürlich nicht OK und eigentlich eine Rote Karte wert! Aber wenn es in der Bundesliga vorgemacht wird, kommen wir im Kinder und Jugendbereich langsam aber sicher in Erklärungsnot.


re: Körpereinsatz

flip » 18.05.2008, 21:39
Hallo,

@ StKie: Zwischen fairem und unfairem Tackling liegen leider nur Nuancen. Jeder Kontakt birgt die Gefahr einen anderen Spieler zu verletzen – meist unabsichtlich. Die Spieler werden angewiesen, den Gegner nur ja nicht zum Schuss kommen zu lassen. In anderen “Kontakt”-Sportarten werden die Spieler entsprechend ausgerüstet, z.B. beim Eishockey, American Football etc. Ich erinnere mich noch daran, dass früher die Spieler nicht mal Schienbeinschützer getragen und mit heruntergerutschten Stutzen gespielt haben.
Einige Beispiele wie es beim Fußball zugeht, findet man hier: http://de.youtube.com/watch?v=RUhbBC1m_gk&feature=related
oder http://de.youtube.com/watch?v=gEcsDhu6Mn8&feature=related
1989 hat die FIFA Futsal als zusätzlichen Wettbewerb aufgenommen. Dort heißt es im Regelwerk: “Fouls werden restriktiv geahndet. Tacklings am Mann werden grundsätzlich als Foul gewertet. Ebenso ist jegliche Form des Rempelns im Gegensatz zum normalen Fußball, nicht erlaubt.”
Ist dies etwa kein Fußball? Heißt dies im Umkehrschluss, dass beim Fußball das Foulspiel gewünscht ist, damit es den Namen “Fußball” verdient”?
Wäre es nicht besser, wenn in einem Spiel statt vielen Fouls lieber mehr Tore fallen, weil es nicht nur darum geht, den Gegner nach einem gelungenen Angriff in letzter Konsequenz zu foulen?
Auch ich lasse meine Jungs 1:1 spielen. Aber dabei geht es nicht darum, den Spieler von den Beinen zu holen, sondern darauf zu achten, dass der Spieler einen Fehler im Dribbling macht und diesen Fehler zu nutzen.
Ansonsten lernen meine Spieler leider oder auch zum Glück, dass es besser ist den Ball flink zu einem freien Spieler zu passen als sich beim Zweikampf umnieten zu lassen.
Matthias Sammer findet es nicht gut, dass es einen zusätzlichen UEFA-Cup-Platz für die fairsten Teams gibt, obwohl er selbst ein “Foulopfer” ist. Ich finde da ist etwas foul, denn es ist doch wohl ein richtiges Zeichen, dass faire Mannschaften für faire Spielweise und auch für eine faire Fankultur belohnt werden.

@ Torhammer: “Letztendlich Entscheidet der Schiedsrichter über Foul oder nicht Foul.”
Das sehe ich anders. Ich war nie Vereinsfußballer. Wir haben auf dem Bolzplatz gekickt und hatten keinen Schiedsrichter. Wir haben fair gespielt, weil wir uns gegenseitig nicht verletzen wollten.
Heute heißt es, alles ist erlaubt, solange es der Schiri nicht sieht. Was ist daran fair?

Verletzungsfreie Grüße

flip


re: Körpereinsatz

flip » 19.05.2008, 08:33

http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/gesundheit/;art300,1900500

Leider ist es so – und das wirkt auf mich (auch aus eigener Erfahrung am Spielfeldrand) nicht gerade positiv.

Bedauerliche Grüße

flip


re: Körpereinsatz

flip » 19.05.2008, 10:28
Ich bin übrigens auch nicht der Meinung, dass häufiges Foulspiel sehr erfolgversprechend ist. Die Statistik sagt, dass der MSV Duisburg in 34 Bundesligaspielen am häufigsten gefoult hat – nämlich 699 mal, d.h ca. 20x pro Spiel oder alle 4,5 min. Dennoch ist der MSV Duisburg als Tabellenletzter abgestiegen. Karten gab es für das Team insgesamt 91 mal (86x gelb; 2x gelb/rot; 3x rot), d.h. nur bei 13% aller Fouls wurde der „Sünder“ bestraft bzw. bei 87% blieb er unbestraft. Na, wenn das keine Motivation zum Foulen ist!?
Und wir sprechen hier vom Bundesliga-Fußball, bei der durch zahlreiche Kameras mittlerweile nahezu JEDES versteckte Foul aufgezeigt werden kann und die “besten” Schiris eingesetzt werden. Was bedeutet dies also für die unteren Klassen, wo es keine Kameras und entsprechend ausgebildete Schiris gibt?

Das Team mit den wenigsten Fouls ist Arminia Bielefeld mit 474 mal (ca. 14x pro Spiel) gefolgt von Bayern München mit 517 Fouls.

Selbst wenn also die beiden Teams mit den wenigsten Fouls gegeneinander spielen, kommt es im Schnitt zu 30 Fouls pro Spiel bzw. alle 3 min. ein Foul. Demgegenüber stehen im Durchschnitt weniger als 3 Tore pro Spiel. Ich finde dies ist ein krasses Missverhältnis, denn ich sehe viel lieber Tore als Fouls.

Einige Statistiken findet Ihr hier: http://www.wahretabelle.de/

Torreiche Grüße

flip


Bundesliga vs. Juniorenfußball

StKie » 19.05.2008, 15:14
Also, ersteinmal:
Körpereinsatz ist nicht gleich Foulspiel!

Der Vergleich einer “Foulstatistik” der Bundesliga
und dem Training von Junioren ist grundlegend falsch.

Die Kinder sollen faires Zweikampfverhalten lernen -
sie sollen das 1:1 suchen und sich dann durchsetzen. Das sofortige Passspiel statt des Zweikampfes wird sich nachteilig auf die Kinder auswirken.

“Raumaufteilung”, Kurzpassspiel und Mannschaft-/Gruppentaktik haben bei einer F-Jugend noch nichts zu suchen.

Natürlich muß das Passspiel geübt werden. Natürlich ist eine Kombination, ein Doppelpass und schöne Spielzüge toll anzusehen und eins der Ziele – aber nicht die elementare Spielanlage einer F-Jugend.


re: Körpereinsatz

flip » 19.05.2008, 16:51
“Körpereinsatz ist nicht gleich Foulspiel!”
Habe ich auch nicht geschrieben. Aber ohne Körperkontakt gibt es kein Foulspiel, sondern nur mit Körperkontakt.

“Der Vergleich einer “Foulstatistik” der Bundesliga
und dem Training von Junioren ist grundlegend falsch.”
Nun, ich glaube, dass sich die Jugend das Foulspiel nicht unbedingt bei den Profis abschaut, sondern es die Profis als Junioren bereits so gelernt haben. Viele faire, aber durchaus talentierte Spieler lassen das Fußballspielen irgendwann lieber bleiben und suchen sich eine andere Sportart.

“Das sofortige Passspiel statt des Zweikampfes wird sich nachteilig auf die Kinder auswirken.”
Und wo wurde das nachgewiesen?

“”Raumaufteilung”, Kurzpassspiel und Mannschaft-/Gruppentaktik haben bei einer F-Jugend noch nichts zu suchen.”
Ach – und warum nicht? Sind die Spieler dafür zu “dumm”? Ich habe auch schon Kindern ab 5 Jahre in 8 Std. an der VHS das Schachspielen beigebracht. Die Eltern konnten es nicht. Ihr Kommentar lautete: “Es ist uns zu kompliziert.”


re: re: Körpereinsatz

StKie » 19.05.2008, 19:46
[quote=flip]“Körpereinsatz ist nicht gleich Foulspiel!”
Habe ich auch nicht geschrieben. Aber ohne Körperkontakt gibt es kein Foulspiel, sondern nur mit Körperkontakt.

“Der Vergleich einer “Foulstatistik” der Bundesliga
und dem Training von Junioren ist grundlegend falsch.”
Nun, ich glaube, dass sich die Jugend das Foulspiel nicht unbedingt bei den Profis abschaut, sondern es die Profis als Junioren bereits so gelernt haben. Viele faire, aber durchaus talentierte Spieler lassen das Fußballspielen irgendwann lieber bleiben und suchen sich eine andere Sportart.

“Das sofortige Passspiel statt des Zweikampfes wird sich nachteilig auf die Kinder auswirken.”
Und wo wurde das nachgewiesen?

“”Raumaufteilung”, Kurzpassspiel und Mannschaft-/Gruppentaktik haben bei einer F-Jugend noch nichts zu suchen.”
Ach – und warum nicht? Sind die Spieler dafür zu “dumm”? Ich habe auch schon Kindern ab 5 Jahre in 8 Std. an der VHS das Schachspielen beigebracht. Die Eltern konnten es nicht. Ihr Kommentar lautete: “Es ist uns zu kompliziert.”
[/quote]

Zum Vergleich Foulspiel Junioren/Herren: Ich schule meine Riege (ältere F) im intensiven Zweikampf mit speziellen Übungen über einen Zeitraum von mehreren Wochen. In unserem Kreis sind wir eins der zweikampfstärksten Teams und setzen damit eine sehr offensiven Fußball um. In den bisherigen Punktspielen der Rückrunde (insgesamt 6) haben wir in 3 Spielen keinen Freistoß, in zwei Spielen je einen und in einem Spiel 2 Freistöße gegen uns bekommen – davon einmal wegen Handspiel. Ich denke, das ist durchaus als fair zu werten (6 Spiele – 15 Punkte…).

Och – meine Argumente stützen sich auf die Lerninhalte der FÜL C-Ausbildung/Trainer C Breitenfußball, auf einschlägige Literatur und nicht zuletzt auf die Lerninhalte und Ziele der Trainingsunterstützung des DFB (Training online). Aber wenn es weitere Studien und stichhaltige Argumentationen von ähnlich qualifizierten Quellen gibt, lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.

Ein Zitat vom DFB dazu:
“Spezielle taktische Elemente gehören noch nicht ins Training der F- und E-Junioren. Kinder dieser Altersstufe sind nicht in der Lage, komplexe Zusammenhänge zu erkennen oder sie umzusetzen. Viele freie Fußballspiele mit kleinen Mannschaften gehören in den Mittelpunkt des Trainings!”

Und zum Thema Zweikampf:
Auf jeder Trainerschulung wird auf die Defizite im Zweikampfverhalten vieler Senioren hingewiesen. Die Ursache wird durch mangelnde koordinative Ausbildung im F-/G-Bereich sowie in der mangelnden Ausnutzung des ersten “goldenen Lernalters” im E-Jugend-Bereich hingewiesen.


re: Körpereinsatz

flip » 19.05.2008, 21:21
Auch bei uns gibt es faire Teams – das möchte ich gar nicht bestreiten. Der Apfel fällt allerdings nicht weit vom Stamm, denn so wie sich manche Trainer oder Eltern am Spielfeldrand aufführen, so benehmen sich dann auch die Kids. Da wird beleidigt, gespuckt, geheult (wenn sie verloren haben), getreten… – vieles, was man bei den Profis auch das ein oder andere Mal sieht. Ok, vielleicht gehört das einfach dazu (wie beim Eishockey), aber normal finde ich es eben nicht.

Auch ich lasse beim Training sehr viel in kleinen Gruppen spielen und achte dabei auf äußerste Fairness – meist verzichten wir beim Training auf das Mitzählen der Tore, da dafür die Spiele und Turniere gegen andere Teams dienen, in denen wir sehr erfolgreich sind.

Vor kurzem sind aus einem Nachbarverein gleich 5 F-Jugendspieler zu uns gewechselt, da die Eltern dort sehr unzufrieden waren. Die Jungs kamen zu uns und haben zu “unseren” Jungs gesagt: “Euch machen wir platt.” Außerdem haben sie wie wild um sich getreten. Allerdings konnte man schnell erkennen, dass sie Potenzial haben und unser Team verstärken können. Nach kurzer Zeit und einigen klärenden Worten haben sie sich gut eingefügt und sie sagen selbst, dass es ihnen so mehr Spaß macht als diese unsinnige “Holzerei”.

“Kinder dieser Altersstufe sind nicht in der Lage, komplexe Zusammenhänge zu erkennen oder sie umzusetzen.”
Viele Erwachsene glauben gar nicht, welch’ komplexe Zusammenhänge Kinder erkennen können, wenn man ihnen nur die Möglichkeit dazu gibt. Und da sie das Geschehen häufig am Fernsehschirm inkl. der Kommentare der Trainer und anderer Experten verfolgen, wissen sie sehr schnell wovon dort gesprochen wird.

Ich lasse meine Jungs z.B. sehr viel rotieren – auch während des Spiels. Nahezu jeder Spieler ist in der Lage jede Position zu besetzen (mit Ausnahme des Torhüters). Dadurch, dass sie schnell und direkt spielen, das komplette Spielfeld vor allem auch über außen nutzen mit einem sicheren Pass zu einem freien Mitspieler, sind sie nur sehr schwer auszurechnen. Sie wissen, dass der Ball bei einem Pass schneller rollen kann als sie rennen können. 1:1-Situationen kommen natürlich vor, aber eben nicht so oft wie bei Spielern, die lieber mit dem Ball am Fuß rennen und sich davon nicht trennen können.

Und wenn man von anderen Sportarten lernen möchte, dann fällt doch wohl auf, dass gerade beim Hand- und beim Basketball hauptsächlich direkt gespielt wird, obwohl der Ball dort viel besser zu kontrollieren ist. Eine 1:1-Situation wird dort nur selten gesucht. Auch beim Eishockey ist es so.

“Man unterscheidet zwischen endogenen Verletzungen, die sich der Sportler ohne äußere Einwirkung zuzieht, zum Beispiel durch fehlerhaftes Training oder Überanstrengung im Wettkampf und exogenen Verletzungen, die dem Sportler zum Beispiel in der sportlichen Auseinandersetzung vom Gegner zugefügt werden. Die häufigsten Verletzungen sind Prellungen und Verstauchungen (35,5%). Es folgen Knochenbrüche und Verrenkungen (28,4%), sowie Verletzungen von Sehnen, Bändern und Muskeln (22,5%)
Etwa 40 bis 60 Prozent der Sportverletzungen und 3,5 bis 10 Prozent der Aufenthalte im Krankenhaus, resultierend aus diesen Sportverletzungen, sind in Europa auf den Fußball zurückzuführen.”

Und wenn man – wie in meinem Team – sehr viele kleine, aber wieselflinke Spieler hat, die körperlich unterlegen sind, dann kann man dies mit guter Spielübersicht und einem sauberen Direktpassspiel ausgleichen.

Ok, ich war nie Vereinsfußballer und bin kein ausgebildeter Trainer, aber ich interessiere mich schon von kleinauf für Fußball und andere Ball- bzw. Teamsportarten und ich denke, man kann sich von denen das ein oder andere abschauen. Und ich sehe viele ausgebildete Trainer und wie sie mit “ihren” Jungs umspringen. Da wird extra mit schweren und harten Bällen trainiert, damit die Jungs davon einen “ordentlichen Bumms” bekommen (obwohl für die F- und E-Jugend Leichtbälle mit ca. 300 gr. vorgeschrieben sind) usw.

Ja, ausgebildete Jugendtrainer habe ich schon einige kennengelernt – alle Achtung ;-)


Allg. Kenntnisse

StKie » 20.05.2008, 09:43
Na, wenn die Herren beim DFB und die Lehrer in den Sportschulen ja offensichtlich im Unrecht sind, wird uns aufgrund Deiner herausragenden Kenntnisse und dem reichen Erfahrungsschatz ja demnächst eine einschneidende Reform der Trainingslehre erwarten…

Lucien Favre (Trainer Hertha BSC) im Kicker zu dem Spiel seiner Mannschaft vom letzten Wochenende (1:4), als er angesprochen wurde, daß die Spieler für die Fairnesswertung jedem Körperkontakt aus dem Weg gegangen sind:

“So körperlos kann man in der Klasse nicht spielen”

Aber wahrscheinlich hat auch er Unrecht…


re: Körpereinsatz

flip » 20.05.2008, 10:54
Es ist immer schwer “einen Schritt nach vorn” zu gehen. Die Verletzungen – gerade im Fußball – sind leider nicht rückläufig, sondern nehmen zu. Hast Du einen Sohn, der Fußball spielt?

Was würdest Du dazu sagen, wenn er – im schlimmsten Fall – zum Sportinvaliden wird, weil ein übermotivierter Spieler ihm im “Gefecht um den Ball” in die Haxen tritt und es dann als “Körpereinsatz” abgetan wird, weil es zum Fußball eben dazugehört und man schließlich um jeden Preis gewinnen will und “konkurrenzfähig” bleiben möchte?

Es wäre überhaupt kein Problem, beim Basketball soviel Körperkontakt einzusetzen, dass nur noch ein Bruchteil der Punkte erzielt wird.
Man stelle sich nur mal vor wie Hockeyspieler ihren Schläger im Zweikampf einsetzen könnten, wenn sie wollten. Übrigens wollte Jürgen Klinsmann den deutschen Hockey-Nationaltrainer Bernhard Peters zum DFB holen, um auch aus anderen Sportarten lernen zu können. Hat beim DFB allerdings nicht geklappt, deshalb arbeitet Peters für die TSG Hoffenheim, die – nach einem Durchmarsch in der 2. Liga – den Sprung in die 1. Liga geschafft hat. Das Club-Restaurant nennt sich dort übrigens “Fair-Play”.

Ein interessanter Artikel dazu wie auch der Hoffenheimer Trainer Ralf Rangnick mit “althergebrachten” Denkstrukturen zu kämpfen hatte, zeigt folgender Artikel:

http://de.eurosport.yahoo.com/24062007/73/bundesliga-rangnick-reissbrett-ii.html

Aber mir ist schon klar, dass “Zweikampfstärke und -härte” eine der typischen deutschen Tugenden ist – leider kommt die spielerische Qualität dabei ein wenig zu kurz, weshalb man sich gern Brasilianer ins Team holt.

Und ändern werde ICH bestimmt nichts – ich kann nur meine Zeit ehrenamtlich für einige Jungs “opfern” und auch nur solange es noch Spaß macht.

Ich kann übrigens folgende Lehr-DVD wärmstens empfehlen “Die Kunst des Angriffsfußballs” s. auch http://www.ifj96.de/die-kunst-des-angriffsfusballs-2.html
Kostet zwar knapp 60 EUR, aber es lohnt sich. Darin geht es vor allem um Folgendes: “Im Fußball von heute werden durch ausgeklügelte Defensivkonzepte die Spielräume immer enger und der Gegner- und Zeitdruck für den Spieler am Ball immer größer. Diese Tatsache erfordert die Entwicklung von offensiven Gegenstrategien. Eine wichtige Voraussetzung für erfolgreichen Angriffsfußball ist die Fähigkeit aller Spieler auch unter größtem Druck präzise, schnell und direkt zu kombinieren.”

Darin sind zahlreiche Übungen, die sich auch im F-Jugendbereich hervorragend umsetzen lassen.

Spaßige Grüße

flip


re: re: Körpereinsatz

StKie » 20.05.2008, 11:38
Ja, ich habe zwei fußballspielende Söhne. Jugendtrainer bin ich seit 6 Jahren und meine Mannschaften haben sich immer durch offensiven, schnellen Fußball ausgezeichnet.

Aber nocheinmal:
Mannschafts-/Gruppentaktik hat im F-Jugendbereich noch nichts zu suchen.

Du setzt Fußball aber der C-Jugend bis in den Seniorenbereich mit F-Jugend-Fußball gleich. Das ist grundlegend falsch.


Rotation

StKie » 20.05.2008, 11:47
@flip:

Nebenbei: Warum rotierst Du nicht den Torhüter??? Darf der Torhüter nicht auf dem Feld spielen bzw. sollen die Feldspieler nicht auch mal schauen, wie es im Tor ist?


re: Körpereinsatz

flip » 20.05.2008, 12:29
Wenn man selbst Bundesligaspiele mit F-Jugendspielen vergleicht, dann wird man schnell feststellen, dass dort nahezu die gleichen Fehler passieren – nur eben auf einem höheren Spielniveau. Seien es Stürmer, die Torchancen leichtfertig vergeben; Torhüter, die leichtfertig Tore kassieren; Spieler, die spucken; Spieler, die den “freien Mann” nicht sehen usw. usf.

In der F-Jugend haben viele Teams bereits feste Positionen – auch das hat viel mit Spieltaktik zu tun. Und weil es sich dabei um einen Teamsport handelt, benötigt man auch eine entsprechende “Mannschafts-” bzw. “Gruppentaktik”. Darin spiegelt sich dann letztlich auch die Spielintelligenz wieder, die gar nicht früh genug beginnen kann. Einige große Vereine werben bereits F-Jugendspieler von kleineren Vereinen ab.

Wenn zu uns Spieler kommen, die zwar geschickt mit dem Ball umgehen können, aber vorher noch nie im Verein gespielt haben, dann zeigen sich sehr deutlich die Unterschiede. Diese Spieler benötigen einige Zeit bis sie wissen, das Fußball ein Mannschaftssport ist und man mit einem Alleingang zwar ein paar Mal Erfolg haben kann, aber letztendlich sich meist die Mannschaft durchsetzt, die teamorientierter spielt und über das bessere Stellungsspiel verfügt.
Auch wenn ich mit 3-4 meiner Jungs mal außerhalb des Trainings auf den Bolzplatz gehe und sie dort gegen größere bzw. ältere “Freizeitkicker” spielen, zeigen sich sehr schnell die “spieltaktischen” Unterschiede. Die Folge ist, dass die größeren und älteren Spieler die sich daraus ergebenden Nachteile mit mehr “Körpereinsatz” bzw. unfairen Aktionen ausbügeln wollen. Wer verliert schon gern gegen Kleinere bzw. Jüngere?

Was tut ein Spieler, wenn er merkt, dass er im Laufduell keine Chance hat und der Gegner droht, davon zu laufen? Er stoppt ihn – egal wie. Das ist leider Usus.


re: re: Körpereinsatz

StKie » 20.05.2008, 12:36
Glaubst Du wirklich, was Du da schreibst?


re: Körpereinsatz

flip » 20.05.2008, 12:44
@ StKie: Warum ich den Torhüter nicht rotieren lasse?
Ich lasse ihn rotieren. Ein Torhüter hat allerdings eine gewisse Ausnahmeposition – und während des Spiels ist es eben seine Aufgabe das Tor zu hüten, hingegen die Feldspieler auch während des Spiels ihre Positionen wechseln können, sofern eine gewisse Ordnung erhalten bleibt.

Zudem ist mein Sohn der Torhüter. Er ist einerseits der robusteste Spieler im Team, aber auch der Lauffaulste. Zudem benötigt man als Torhüter eine gewisse mentale Stärke – und da er schon seit seinem 3. Lebensjahr im Verein spielt und seit seinem 5. Lebensjahr bei der F-Jugend im Tor steht, kann er damit auch gut umgehen, wenn er ein Tor kassiert. Er ist nunmehr 9 Jahre und hat zudem auch ab und zu speziell Torwarttraining. Im normalen Training spielt er auch ganz gern mal draußen, wobei er dann schnell merkt, dass das viel anstrengender ist und er sich dann freiwillig wieder zwischen die Pfosten stellt. Beim Training bekommt natürlich jeder Spieler die Gelegenheit, sein Können als Torhüter unter Beweis zu stellen, aber auch in der Mannschaft weiß jeder, wer im Spiel gegen andere Teams am ehesten im Tor stehen sollte.

Wobei ich auch einen anderen Torhüter habe, der allerdings besser und lieber draußen spielt – manchmal wechseln wir daher auch.


re: Körpereinsatz

flip » 20.05.2008, 12:59
@ StKie: Was meinst Du mit “Glaubst Du wirklich, was Du da schreibst?”?

Ich weiß zumindest, was ich 2x pro Woche und an vielen Wochenenden tue; womit ich mich ehrenamtlich beschäftige und reichlich “Freizeit” investiere; welche Erfahrungen ich dabei in den vergangenen 6 Jahren gesammelt habe;…

Ich glaube also nicht nur, was ich schreibe, sondern ich weiß es sogar. Es steht Dir allerdings völlig frei, es nicht zu glauben. So what, hauptsache meine Jungs und ich haben Spaß und Erfolg und bleiben dabei weiterhin verletzungsfrei. Ob sie es je in die Bundesliga oder in die Nationalmannschaft schaffen, glaube ich hingegen nicht. Und zwar, weil dafür die Wahrscheinlichkeit zu gering ist. Obwohl die TSG Hoffenheim nunmehr in der Bundesliga spielt – und damit endlich ein Bundesligist in unmittelbarer Nachbarschaft.

Deshalb: Auch Dir und natürlichen Deinen Söhnen weiterhin viel Erfolg – und eine verletzungsfreie Zeit.


re: re: Körpereinsatz

fussballheld » 21.05.2008, 07:56
[quote=flip]@ StKie: Warum ich den Torhüter nicht rotieren lasse?
Ich lasse ihn rotieren. Ein Torhüter hat allerdings eine gewisse Ausnahmeposition – und während des Spiels ist es eben seine Aufgabe das Tor zu hüten, hingegen die Feldspieler auch während des Spiels ihre Positionen wechseln können, sofern eine gewisse Ordnung erhalten bleibt.

Zudem ist mein Sohn der Torhüter. Er ist einerseits der robusteste Spieler im Team, aber auch der Lauffaulste. Zudem benötigt man als Torhüter eine gewisse mentale Stärke – und da er schon seit seinem 3. Lebensjahr im Verein spielt und seit seinem 5. Lebensjahr bei der F-Jugend im Tor steht, kann er damit auch gut umgehen, wenn er ein Tor kassiert. Er ist nunmehr 9 Jahre und hat zudem auch ab und zu speziell Torwarttraining. Im normalen Training spielt er auch ganz gern mal draußen, wobei er dann schnell merkt, dass das viel anstrengender ist und er sich dann freiwillig wieder zwischen die Pfosten stellt. Beim Training bekommt natürlich jeder Spieler die Gelegenheit, sein Können als Torhüter unter Beweis zu stellen, aber auch in der Mannschaft weiß jeder, wer im Spiel gegen andere Teams am ehesten im Tor stehen sollte.

Wobei ich auch einen anderen Torhüter habe, der allerdings besser und lieber draußen spielt – manchmal wechseln wir daher auch.[/quote]

Was machst Du, wenn Deine beiden Torhüter demnächst keine Lust mehr auf Fußball haben und nicht mehr kommen?
Bei mir darf jedes Kind ins Tor und bekommt von mir volle Rückendeckung, wenn er viele Gegentore kassiert.
Wann sollen die Kinder Erfahrungen sammeln, wenn nicht in den unteren Jahrgängen.
Wir haben jedenfalls mittlerweile 6 hervorranden Torhüter in unsere noch jungen F-Jugend.
Jugendarbeit geht vor siegen !


re: re: re: Körpereinsatz

StKie » 21.05.2008, 08:59
Guter Einwand! Bei mir darf beim Training jeder ins Tor, der möchte. Einige wollen absolut nicht – da habe ich Verständnis.

Bei den Punktspielen kommen 6 Torhüter mehr oder weniger regelmäßig zum Einsatz. Dazu bieten wir Torwarttraining an für alle Kinder, die möchten (max. 6) für die beiden F-Jahrgänge. Derzeit sind wir dort mit 5 Kindern (es möchten mehr Kinder, aber den Eltern schmeckt es nicht, die Zwerge Sonntags um 10.00 zum Sportplatz zu karren).

Ergebnis für “meine 6″:
1 sehr guter Torhüter, der auch ein guter Feldspieler ist und das voll ausnützt
3 Vertreter, die ich auch ohne Bedenken in der ersten Mannschaft einsetzen kann – sie bekommen regelmäßig eine Halbzeit Praxis und werden bei Turnieren/Freundschaftsspielen häufig eingesetzt
1 Torhüter, der gut ist, aber bei Punktspielen nur selten möchte. Wenn ich ihn brauche, ist er aber dabei
1 Torhüter, der zwar sehr leistungsschwach ist, aber durch das TW-Training so viel Lust bekommt, daß er sich auch auf dem Feld stark verbessert

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Die neusten Beiträge auf elfmeter.de:

Tollhaus DFB-Abwehr: Wege aus der Krise

Duell der Unbesiegten

Saisonvorschau VfB Stuttgart

Münchner Dominanz

Zweite Bundesliga – Fast ein Premiumprodukt