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Grundlagentraining

Grundlagentraining

M64 » 28.10.2005, 06:31
Hallo an alle,

was könnt ihr mir zum folgenden Thema:
Planung und Durchführung des Grundlagentrainings im Kindesalter (Kleinfeld), sagen?

M64


Re: Grundlagentraining

Botten_sh » 28.10.2005, 12:17
Zitat fd21.de:
Trainingsprinzipien

Inhalte des Trainings:
Damit Kinder Spaß haben, steht der Ball im Mittelpunkt des Trainings. Technikübungen und Spiele werden so gestaltet, dass alle Kinder möglichst viele Erfolgserlebnisse haben.
Erfolgserlebnisse meint dabei nicht nur, das Gelingen einer Übung, sondern das Spaßempfinden an und bei der Übung (Spiel) selbst, auch unabhängig vom Gelingen, Sieg oder Niederlage.

Kindgerecht zu trainieren, heißt die Spiele und Übungen dem motorischen Entwicklungsstand der Kinder anzupassen. Der Erwachsene akzeptiert die physiologischen und psychologischen Rahmenbedingungen der Kinder und passt das Trainingskonzept an.

Methoden

Kinder lieben Spielen, Wettkämpfe, Tore schießen. Sie ahmen gerne Idole nach und lernen gerne ihre Tricks.

Das Training ist eine lockere Abfolge von Lauf- und Tummelspielen mit und ohne Ball, Techniktraining mit Wettbewerben, Torschussübungen mit Wettbewerben und Fußballspielen mit geringer Spieleranzahl wie beim “Fußball auf der Straße”. Die herausragende Methode beim Kinderfußball ist die Spielmethode.

Die Entwicklung der allgemeinen Bewegungskoordination (z.B. Gleichgewichtsfähigkeit) spielt in dieser Altersklasse eine besonders große Rolle: Zunächst sollen die Kinder gute Sportler werden, bevor sie zu Fußballspezialisten ausgebildet werden.

Gegenüber dem Training mit Bambini nimmt die Bedeutung des fußballspezifischen Techniktrainings sicher zu. Fußballtechniken werden spielerisch in Grobform erlernt, Beidfüßigkeit sollte von Beginn an eine große Rolle spielen.

Trainingsinhalte:

Das, was Kindern Spaß macht, sind auch die häufigsten Trainingsinhalte: Tore schießen, dribbeln und täuschen, sich mit anderen im Wettkampf messen, Bewegungsspiele (Fangspiele). Leider sieht die Trainingsrealität häufig anders aus. Erwachsene wollen den Kindern das Abspielen beibringen, der Dribbler heißt beim Trainer oft “Fummelbuchse“. Monotones Üben des Innenseitstoßes überwiegt, die zahlreichen und attraktiven Täuschungsbewegungen beim Fußball sind häufig nicht bekannt und werden nicht trainiert.

Fast alle Fußballtechniken können in vereinfachter Form mit Kindern spielerisch und attraktiv trainiert werden. Damit könnte im Kinderfußball eine breite Grundlage für ein nachfolgendes spezifisches Technik- und Taktiktraining gelegt werden. Fehlendes Wissen der Trainer verhindert leider oft die Förderung der Kinder.

Zu Vermeiden:
Hohe Fremdsteuerung durch Erwachsene

Der Vereinsfußball wird dominiert von Erwachsenendenken und -handeln. Die Erlebniswelt und der Erfahrungshintergrund Erwachsener beeinflusst den Kinderfußball.

Im Trainingsablauf findet ein erwachsenenreduziertes Training statt. Oftmals bestimmt ein stures Üben wie etwa des Innenseitstoßes in der Gasse das Bild. Beim Torschuss müssen die Kinder häufig lange warten, bis sie an der Reihe sind (Wartezeiten).

Kinder müssen Runden laufen, obwohl sie doch lieber mit dem Ball spielen würden. Abspielen lernen beherrscht das Trainerdenken. Dribbeln liegt den Kindern am Herzen, wird aber häufig verboten oder bemängelt („Spiel den Ball ab!”).

Auch der Spielbetrieb wird von Erwachsenen dominiert und erwachsenengerecht gestaltet. Kinder müssen möglichst früh an einem ergebnisorientierten Wettspielbetrieb teilnehmen. Dabei wird das freie Straßenfußballspiel der Kinder zum fremdgesteuerten Spiel der Erwachsenen mit offensichtlich nachteiligen Auswirkungen für Kinder.

Auch das Spiel 7-7 quer über den halben Platz bringt Kindern nicht die Vorteile vom Kleinfeldfußball. Erst wenn die Spielfelder kindgerecht verkleinert werden, wird das Fußballspiel der Kleinen attraktiv mit vielen Torszenen und vielen Toren: Spielfeldgröße für F-Jugend beim
7-7: 40×35 m!

Auswirkungen von Ergebnisdenken auf das Erleben von Kindern

Verlust des Erlebens:
Kinder genießen den Moment, sie sind insofern kleine Lebenskünstler, weil sie die Positiverlebnisse speichern und die Negativerlebnisse (Niederlagen) schnell vergessen. Durch den Einfluss Erwachsener verlagert sich die Begeisterung am Spiel selbst auf äußere Dinge (z.B. Belohnung), das Nachbereiten von Niederlagen verhindert das schnelle Abhaken von Negativerlebnissen. Kinder verlernen spontan zu erleben.

Verlust der Eigenmotivation:
Kinder spielen aus eigenem Antrieb. Kinder sollen aus eigenem Antrieb Fußball spielen lernen. Dadurch, dass Eltern und Trainer die Rolle des Antreibers, Vorschreibers („Spiel den Ball ab!“) einnehmen, verlernen die Kinder ihre Eigenmotivation und neigen dazu, auf den Antrieb Erwachsener zu warten.

Verlagerung der Freude am Fußballspiel selbst auf das Ergebnis:
Durch den Einfluss der Erwachsenen verlagert sich die Spielfreude der Kinder am Spiel selbst immer mehr in Richtung Ergebnis, Tabelle. Damit geht die dauerhafte Faszination Fußball spielen verloren und wird nach und nach durch kurzfristiges Ergebnisdenken auch bei den Kindern ersetzt. Folge: Früher wurde erst mit zehn Jahren begonnen, heute hören viele Kinder mit zehn Jahren auf, weil sie keinen Spaß mehr am Fußballspiel selbst entwickeln können, vor allem, wenn sie häufiger verlieren.

Vielleicht hilft es dir ja weiter


Re: Grundlagentraining

BigBopper » 31.10.2005, 19:25
Moin,

mach Dich doch auf den einschlägigen Seiten, die hier immer gepostet werden, schlau. Dort findest Du genug Trainingsinhalte.

Wichtig zu lesen, gerade auch für die Fraktion der Spielmethodler: http://www.uni-koblenz.de/sport/Personalseiten/Theis/September2000.pdf

Da wird einiges deutlicher. Du brauchst dann nur noch dir einen groben Trainingsplan zu basteln und den mit Leben (= Übungen) zu füllen.

Die Sachen von FD21 sind auch ganz nett. Aber die wiedersprechen sich mittlerweile auch ein wenig. Denn auf die Rückkehr des Strassenfussballs warten auch die vergeblich… Nicht umsonst beschäftigen sie sich mittlerweile auch mit Coerver.

Da musst Du, anhand den Ansprüchen Deiner Mannschaft, dir ein Konzept basteln, den Eltern und Kindern verkaufen und konsequent durchziehen.

ciao
BB

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