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Erziehung, Leben im Verein!

Erziehung, Leben im Verein!

ArmaSteiner » 13.11.2010, 05:49
Guten morgen zusammen,

ich weiß nicht ob diese Thema hier schon agesprochen wurde, aber ich konnte nichts besonderes finden.

Nach 10 Jahren habe ich mich wieder dazu bereit erlärt als Jugendtrainer tätig zu sein. War damals CO einer Minikickermannschaft.
Ich mache das jetzt seit Sommer. Vorgeschichte meiner Mannschaft:
Es sind Kinder die auf Grund von Erfolgswillen der vorherigen Trainer in den letzten beiden Jahren nicht bis kaum gespielt haben. O-Ton: Kinder die nicht gerade laufen können, wurde mir gesagt!
Kinder für die nicht für Fußball geeignet sind!
Dämliche Ausage in einer F-Jugend.
Gut, in unserer F1 geht es ja nach Leistung, soviel zu diesem Trainer!
Egal, ich konnte mich von anderen Sachen überzeuegn, es läuft super, alle Kinder ziehen mit.
Seit Sommer haben sich mehrere Kinder stark verbessert.
Ich bekomme immer mehr Zuwachs. Bin mit 7 gestartet, habe jetzt 15 Kinder. Schlecht kann mein Training wohl nicht sein.

Jetzt komme ich zum schlechten Teil:

Es gibt mehrere Sachen, die stören mich.
1.) Jedes Kind kommt fertig umgezogen und nicht immer pünktlich zum Training.
Ich habe extra festgelegt, dass um 16.50 Treffpunkt ist, und um 17 Uhr TRAINGSBEGINN. Ab nächste Woche dürfen alle die zu spät kommen nicht an der laufenden Übung teilnehmen. Hatte mir schon überlegt, die Eltern mit Kind wieder nach Hause zu schicken. Damit die Eltern es verstehen.

Jetzt kommt ein heikeles Thema:
Duschen! Ich weiß es ist ein schmaler Grad, und die Eltern entscheiden es.
Ich habe selber einen Sohn, der bei dem Minis spielt.
Da lege ich wert drauf, dass er geduscht wird, alleine schon aus Hygiene und Gesundheitsgründen.
Ich habe immer wieder Kinder die gerade bei diesem Wetter wegen Erkältung fehlen. Warum? Ganz einfach, Die Kinder stehen naßgeschwitzt neben Mama, und die quatsch noch rum. Mehrere Minuten
Naja, ist halt so. Ich habe es anders gelernt.

Thema: Das Umziehen!
Was meint ihr, ab wieviel Jahren kann man sich alleine Umziehen? Meine Jungs und Mädels sind 8 Jahre alt.
Bei den Spielen geht ne Menge Zeit verloren, weil ich alle Eltern in der Kabine habe. Da wird dann nen Kaffekränzchen raus gemacht, die Kinder sind total abgelenkt, weil Papa oder Mama Bundestrainer noch Tips geben muß.
Dabei habe ich keinen Elternteil dabei der selbst je vor einen Ball getreten hat. Es lebe Sky, sage ich nur.

Es gibt doch Regeln im Vereinssport, oder nicht?
Es dient ja ales der Selbstständigkeit, Disziplin sollte doch auch schon in der F-Jugend ein Thema sein, oder liege ich da falsch?

Bei uns ist das ein Kommen und Gehen. Wie gesagt: Ich möchte das die Mannschaft geschlossen auf den Trainigsplatz geht, diesen auch so wieder in die Kabine verlässt.
Mein Co und ich sind schließlich nicht die Packesel für alle Trainingsmaterialien.

Könnt ihr mir nen paar Tips geben?
Ich möchte demnächst nen Elternabend veranstalten.
Darin möchte ich auch von den Eltern wissen, was sie meinen, was Fussball im Verin bedeutet.
Ich möchte Regeln aufschreiben.
Ich weiß nur nicht mehr wie.
Vor nem Jahr war der Fußballlehrer Carsten Schlette bei uns, der hat ne schöne Einleitung auf ein Board geschrieben.
Die DFB-Mobil Trainingseinheiten beginnen ja meistens immer im Clubraum, wo was erzählt wird.
Quasi ein Unterricht/Vortrag.
So in die Richtung möchte ich auch gehen, damit die Eltern und Kinder wissen, dass Fussball nicht nur vor den Ball treten heißt.

Wie gesagt, es wäre nett, wenn mir jemand Tips geben könnte.
Ich bin drauf und dran im nächsten Jahr nen Trainerschein machen zu wollen.

Gruß
ArmaSteiner


re: Erziehung, Leben im Verein!

teamer » 13.11.2010, 13:11
Hallo ArmaSteiner,

erst einmal finde ich es toll, dass Du dich der “schwächeren” Fußballer angenommen hast und diesen eine Chance gibst, ihrem Hobby nachzugehen.

Meiner spielt in der E1 (2000er Jahrgang) und bei uns haben die Kinder noch nie gemeinsam geduscht, weder nach dem Training noch nach einem Spiel bzw. Turnier. Ob gut oder schlecht soll jeder für sich entscheiden. Ich finde es ganz gut, denn so kann er zuhause in aller Ruhe duschen und sich dann gleich fürs Bett fertig machen.;-)

Zum Training ziehen sich auch alle bereits daheim um. Kenne ich gar nicht anders. Bei einem Spiel ziehen sie sich in der Kabine um, mittlerweile ohne Eltern, aber bis vor einem Jahr haben die Eltern beim Umziehen geholfen. Danach mussten die Eltern die Kabine verlassen, so dass der Trainer mit den Spielern alleine war. Wäre evtl. ein Kompromiss.

Ein Elternabend ist eine guter Weg, um dein Konzept und deine Ideen zu verdeutlichen. Normalerweise ziehen da die Eltern auch alle mit. Du musst sie nur mit ins Boot nehmen. :-)


re: Erziehung, Leben im Verein!

bomber » 14.11.2010, 09:02
Hallo Arma,

herzlichen Willkommen im Forum!

Ich trainiere eine F1 (Jahrgang2002). Mir ging es vor Jahren, als ich anfing, genauso wie Dir. Mich hat einiges gestört. Da zum Mannschaftssport Regeln gehören, habe ich zum Anfang einer Saison einiges zusammengestellt. Das lasse ich im ersten Training vorlesen und wir besprechen dann und ich beantworte die Fragen der Kinder, warum das so ist. Am Ende des ersten Trainings hole ich die Eltern dazu und mache nochmals den Erklärbär;-)))
Umziehen gemeinsam. Ich sage immer zu unserem Schlachtruf “Wir sind ein Team”, dass man diesen nicht nur rufen, sondern auch leben muss.
Duschen habe ich seit dieser Saison eingeführt. Beim ersten Mal haben wir Trainer mitgeduscht, um den Spielern die Hemmschwelle zu nehmen. Alle hatten so eine Gaudi und mittlerweile hat jeder sein Duschzeugs dabei und sie duschen, ohne dass wir was sagen.
Auch die Eltern sagen bei den Rundenspielen, dass es klasse ist, dass wir das eingeführt haben, denn so sind die Kinder gleich fertig und müssen zu Hause nur noch essen und ab ins Bett.
Ich finde auch, dass zum Mannschaftsgeist gehört, dass nach dem Spiel geduscht wird. Kinder kann man leicht motivieren, indem ich sagte: ” Ab dieser Saison seid ihr nun richtige Fußballer, die nach dem Spiel duschen.

Elternabend hatte ich auch mal überlegt, doch da es bei uns so sehr gut funktioniert, benötigte ich den noch nicht.

Die Verhaltensregeln gelten für Eltern, Trainer und Spieler gleichermaßen

Fair Play der Kinder

1. Wir sind ein Team, gewinnen und verlieren gemeinsam
2. Ich benutze keine Schimpfwörter
3. Ich halte mich an die Fußballregeln
4. Ich entschuldige mich nach einem Foul und gebe dem Spieler die Hand
5. Ich halte mich an die Anweisungen meines Trainers
6. Ich akzeptiere die Schiedsrichterentscheidungen
7. Meine Mannschaft tritt ordentlich auf (Trikot, Hosen, Stutzen, Schienbeinschoner, Schuhe) und geht sorgsam mit Vereinseigentum um.
8. Wir helfen alle mit (Material, Kabine)
9. Ich begrüße die Trainer per Handschlag und klatsche meine Mitspieler ab
10. Wir beginnen gemeinsam das Training (Pünktlichkeit)
11. Wir beenden gemeinsam das Training (Mannschaftsschlachtruf im Kreis)

Fair Play der Eltern

1. Wir sind ein Team, gewinnen und verlieren gemeinsam
2. Wir akzeptieren die Entscheidungen des Trainers vor, während und nach dem Spiel
3. Wir benutzen keine Schimpfwörter
4. Wir akzeptieren die Schiedsrichterentscheidungen
5. Wir sorgen dafür, dass wir mit unserem Kind pünktlich am Treffpunkt sind
6. Falls unser Kind am Training bzw. Spiel nicht teilnehmen kann, sagen wir beim Trainer rechtzeitig ab
7. Beim eigenen Jugendturnier, sowie bei Festen, helfen wir tatkräftig mit und stehen somit unserem Team (Kinder-Eltern-Trainer) stets zur Seite.

Fair Play der Trainer

1. Wir sind ein Team, gewinnen und verlieren gemeinsam
2. Ich bin Vorbild (Pünktlichkeit, kein Alkohol/Nikotin auf dem Sportplatz und in der Kabine
3. Ich bereite mich auf das Training und Spiel vor
4. Ich akzeptiere die Schiedsrichterentscheidungen
5. Ich benutze keine Schimpfwörter
6. Fair Play gegenüber allen Beteiligten (Spieler, Schiedsrichter, gegnerische Spieler und Trainer, Eltern, Zuschauer etc.)
7. Stets zwei offene Ohren gegenüber Spieler und Eltern


re: Erziehung, Leben im Verein!

wauzi » 29.12.2010, 19:23
Ich finde diese Regeln, wie sie da so aufgeschrieben sind, sehr fair und nützlich. Vielleicht kann man die ja im Verein verteilen, an Kinder, Eltern und Trainer. Ich denke, wenn irgendwo aufgeschrieben steht, wie es im Verein läuft, halten sich die Leute auch eher dran.

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