elfmeter.de

Aufwandsentschädigung

Aufwandsentschädigung

Sadie » 12.03.2008, 10:56
Hallo an alle,

ich bin ganz neu hier und werder vermutlich erst mal ein paar Fragen stellen. Hoffe, Ihr könnt mir weiterhelfen. Ganz kurz gesprochen, werde ich versuchen, in unserem Verein die Jugendarbeit voranzutreiben. Bei uns läuft alles so mehr schlecht als recht vor sich hin. Ich habe relativ wenig Ahnung von Fußball, muss mich also erst mal umhören, bevor ich loslege :-)
Was mich als erstes interessiert, ist, wie hoch in Euren Vereinen die Aufwandsentschädigungen sind, bzw. ob die Jugendtrainer überhaupt Geld erhalten für ihre Arbeit.
Bei uns bekommt derzeit jeder Trainer 50 Euro im Monat. Ungerecht finde ich es, wenn einer, der die Mannschaft alleine trainiert, das gleiche bekommt wie das Trainergespann von bis zu 3 Personen, die aus meist beruflichen Gründen nicht genügend Zeit haben, um es alleine zu machen.
Ich bin bloß nicht sicher, ob die dann weniger bekommen sollten oder der eine, der mehr Arbeit hat, mehr Geld.
Könnt Ihr mir mit Informationen weiterhelfen?


re: Aufwandsentschädigung

bomber » 12.03.2008, 11:18
bei uns ist das ein Ehrenamt und das ist auch gut so!

Wir bekommen aber jegliche Fortbildungen bezahlt und vom Verband sehr gute dezentrale Schulungen angeboten.

Ich kenne dies bereits so aus meiner Jugend. Schade, dass heute gleich jeder nur aufs Geld aus ist. Ich mache dies, da ich:

Freude am Fußball habe
die Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen möchte
ein Stück zurückgeben möchte, was ich von meinen Vorbildern (Trainern) in der Jugend erfahren habe

Ich habe schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich meinem Jugendleiter die Belege für neue Leibchen usw. vorlege, da wir ja mit unseren Bambinis nur Kostenverursacher sind. Wir Trainer bringen noch genug Eigenmittel ein, aber das ist es mir wert.

LG


re: Aufwandsentschädigung

stefang1977 » 12.03.2008, 12:53
Schonmal vorweg: Ehrenamt und Aufwandsentschädigung schließen sich nicht aus. Selbst wenn ich für meine Trainertätigkeit Geld erhalte, spricht man immer noch vom Ehrenamt.

Sicher ist es für den Verein schön, wenn ein Trainer für seine Arbeit nichts haben möchte. Jeder muss aber schauen wo er bleibt und es gibt heutzutage kaum etwas geschenkt. Wenn ich als Angestellter ein Monatseinkommen von 1000€ habe, dann machen Spritkosten für die paar Meter vielleicht nichts aus. Aber wenn mir als Schüler 20 Euro Taschengeld im Monat zur Verfügung stehen, merke ich die zusätzlichen Kosten recht schnell. Als Schüler stehe ich dann evtl. vor der Wahl entweder 3 Stunden in der Woche Zeitung auszutragen oder 3 Stunden auf dem Fußballplatz zu stehen.

Ich bin der Meinung, dass jedem Trainer eine angemessene Aufwandsentschädigung gezahlt werden sollte. Viele leisten qualitativ hochwertige Arbeit und da finde ich es nicht mehr als gerecht, wenn zumindest der zusätzliche Aufwand erstattet wird. Ob ein Trainer das Geld dann annimmt, oder was er auch immer damit macht, soll jedem selbst überlassen sein.

Bei uns im Verein spenden die Trainer ihre Aufwandsentschädigung und erhalten dafür eine Spendenquittung, die dann steuerlich abgesetzt werden kann. Leider hat mir das als Student bisher nichts gebracht. Ich käme in meiner jetzigen Situation jedoch nie auf die Idee Leibchen aus eigener Tasche zu bezahlen.

Um noch auf das eigentlich Problem von Sadie zu kommen. Ich glaube eine Regelung zu finden, die allen gerecht wird, ist nicht wirklich möglich. Persönlich würde ich eine aufwandsbezogene Regelung befürwortet, d.h. z. B. fällt ein Training aus, gibt es auch kein Geld. Dies ist natürlich mit einer Menge Verwaltungsaufwand für Trainer und Kassierer verbunden.

Eine Pauschale für alle Trainer scheint erstmal am gerechtesten. Aber bekommt dann der D-Jugendtrainer genauso viel wie der Bambini-Trainer oder der B-Jugendtrainer, der mit seiner Mannschaft Bezirksliga spielt und am Wochenende zum Teil über 100 km zurücklegt? Was ist mit “Chef-Trainer” und “Co-Trainer”? OK, der “Chef” bekommt vielleicht etwas mehr weil er ja auch um die ganze Organisation drumherum kümmert und die Trainingsplanung macht. Was ist, wenn sich beide diese Aufgabe teilen?

Dies sind alles nur Überlegungen. Einen Lösung müsst ihr im Verein eh untereinander besprechen.


re: re: Aufwandsentschädigung

StKie » 12.03.2008, 13:05
Bei uns bekommt nur der Trainer der A-Jugend etwas Geld.

Alle anderen bekommen Aufwände erstattet – also kein Bargeld, aber mal einen 10er für das Telefon oder mal eine Tintenkartusche für den Drucker.

Ansonsten: Rein ehrenamtlich…

Schulungen, Fortbildungen etc. werden natürlich gezahlt und auch das Weihnachtsessen geht auf den Verein.


re: Aufwandsentschädigung

bomber » 12.03.2008, 13:45
Stefang

was du beschreibst ist nichts anderes als eine Ringbuchung, die der Verein fürs FA benötigt.
Das ist gängige Praxis!

Bei einem kleinen Sportverein zählt die Gemeinnützigkeit. Man finanziert sich durch Mitglieder. Ohne Ehrenamt wäre jeder Verein pleite.Mir gefällt die Einstellung von Sadie nicht, denn das ist nicht die erste Frage, die ich stelle, wenn ich mich im Verein einbringen möchte.

Hat ein Trainer eine Lizenz und trainiert eine 1.Mannschaft, dann erhält er eine Aufwandsentschädigung.

In der Jugend wäre dies undenkbar. Wir hatten dies erst in unserer letzten Betreuersitzung diskutiert und unserer Jugendleiter merkte an, dass wir den Laden dicht machen könnten, wenn wir noch für jede Fahrt, Trikotwäsche und und und Geld verlangen würden. Das leuchtet aber jedem mit gesundem Menschenverstand ein.

stkie

das Weihnachtsessen geht bei uns auch auf den Verein.

Steuerfreibetrag für Ehrenamt: 500 EURO, für Sport Übungsleiter 2100 EURO.

Um die übliche Praxis zu erläutern, die Stefang angesprochen hat:

Spenden können bis zu 20% des Einkommens steuerlich abgesetzt werden.(bislang 5%)


re: Aufwandsentschädigung

Sadie » 12.03.2008, 15:12
@Bomber: Was gefällt Dir denn da bitte an meiner Einstellung nicht? ICH bin kein Trainer und ICH bin die allerletzte, die Geld haben will.
Ich möchte einen funktionierenden Verein, in dem sich mein Sohn gut aufgehoben fühlt. Und wenn ich das für ihn nicht mehr schaffe, dann eben für meine Enkel. Dafür bin ich eingetreten und dafür möchte ich mich engagieren. Weil es sonst niemand tut.
Ich komme in einen bestehenden Verein und da wird es eben so gemacht wie ich geschildert habe. Ich bin der Meinung, bei den Trainern muss man anfangen, wenn man Qualität haben will.
Unser Verein ist relativ neu, es gibt keine erwachsenen Leute, die früher selber dort gespielt haben und nun dem Verein etwas zurückgeben möchten.
Es gibt auch keine Väter, die früher selber gekickt haben und nun Zeit haben, Trainings zu übernehmen. Die sind alle sehr wichtig und arbeiten den ganzen Tag :-)

Also werden wir irgendwie anders vorgehen müssen. Ich weiß bloß noch nicht, wie.


re: re: Aufwandsentschädigung

StKie » 12.03.2008, 15:41
[quote=Sadie]@Bomber: Was gefällt Dir denn da bitte an meiner Einstellung nicht? ICH bin kein Trainer und ICH bin die allerletzte, die Geld haben will.
Ich möchte einen funktionierenden Verein, in dem sich mein Sohn gut aufgehoben fühlt. Und wenn ich das für ihn nicht mehr schaffe, dann eben für meine Enkel. Dafür bin ich eingetreten und dafür möchte ich mich engagieren. Weil es sonst niemand tut.
Ich komme in einen bestehenden Verein und da wird es eben so gemacht wie ich geschildert habe. Ich bin der Meinung, bei den Trainern muss man anfangen, wenn man Qualität haben will.
Unser Verein ist relativ neu, es gibt keine erwachsenen Leute, die früher selber dort gespielt haben und nun dem Verein etwas zurückgeben möchten.
Es gibt auch keine Väter, die früher selber gekickt haben und nun Zeit haben, Trainings zu übernehmen. Die sind alle sehr wichtig und arbeiten den ganzen Tag :-)

Also werden wir irgendwie anders vorgehen müssen. Ich weiß bloß noch nicht, wie.
[/quote]

@Sadie:
Aufwandentschädigungen für Jugendtrainer sind die
absolute Ausnahme und wenn, dann nur für Lizenzinhaber.

Aber rechne mal selber durch. Ich bin Trainer in einem größeren Dorfverein. Wir haben derzeit von der G- bis zur A-Jugend 16 Jugendmannschaften. Insgesamt sind etwa 25 Betreuer aktiv. In den 16 Mannschaften spielen etwa 250 Jugendliche.

Nimm nur mal die Kosten für 50,–/Mannschaft – das sind 800,–/Monat entspr. 9.600,–/Jahr. Bei 250 Spielern sind das 38,40/Spieler/Jahr. Dazu kommen Platzgebühren, Verbandsabgaben, Schiedsrichtergebühren, Startgelder, Spielmaterial und, und, und…

Ich weiß nicht, wieviel Du von Fußballetats weißt und wie hoch Euer Jahresbeitrag im Verein ist (bei uns je Spieler 39,60 p. a.), aber ich halte Deine Aufrechnung für Illusion. Der Spielbetrieb, wie Du ihn planst (inkl. Bezahlung) kostet einfach zuviel. Und kaum ein Elternteil ist bereit, 80 Euro oder mehr pro Jahr für einen “kleinen” Verein zu zahlen – bei Großvereinen sieht die Sache (leider) oft anders aus…

Und mit der Aussage, “wir wollen Qualität” und dem Hintergedanken, daß Qualität Geld kostet, trittst Du jedem “reingerutschten” Vater tierisch auf die Füße…


re: Aufwandsentschädigung

bomber » 12.03.2008, 15:41
Sadie, das ist der falsche Ansatz, wenn du von unten rauf mit bezahlten Trainern arbeiten möchtest.

Dein Sohn spielt Fußball, wie andere Kinder auch. Dann gehe auf die Eltern der anderen Kinder zu und frage dort, wer sich bereit erklärt, mit den Kindern zu trainieren.

Das müssen keine ausgebildeten Trainer sein, auch keine ehemaligen Fußballer. Präferenzen für dieses Amt gibt es genug.
Wenn ich in deinem Ausgangspost lese, dass du die Jugendarbeit vorantreiben möchtest, gehe ich bereits von einem Amt im Verein aus.

Der Satz, bei den Trainern muß man anfangen, wenn man Qualität haben will, wirft in einem kleinen Verein bereits eine Frage auf. Z.B. was ist bei Dir Qualität?
Lizenztrainer?

Mir reicht da die Begeisterung, der Umgang mit Kindern, die Bereitschaft zur Fortbildung in Seminaren, dezentralen Schulungen usw.

Trainerbezahlung in der Jugend halte ich für völligen Nonsens!
Aufwandsentschädigung und dann Spende auf dem Papier ist gängige Praxis.

Wie groß ist die Gemeinde? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich niemand findet, der den Kindern den Spaß am Fußball vermitteln möchte. Falls doch, dann gründet evtl. eine Spielgemeinschaft mit anderen Gemeinden.


re: Aufwandsentschädigung

stefang1977 » 12.03.2008, 16:44
Die Spendenbescheinigung ist doch das mind. was ich einem Trainer als Verein zukommen lassen kann. In der Regel hat dadurch niemand einen Nachteil. Ob dies aber unbedingt gängige Praxis ist, lass ich mal so im Raum stehen.

Dass Vereine sich durch die Mitglieder finanzieren, hängt vom Verein und vom Beitrag ab. Auf die schnelle habe ich die Daten für 2005/2006 gefunden.

http://www.dosb.de/fileadmin/fm-dosb/arbeitsfelder/wiss-ges/Dateien/Siegel-Finanzen.pdf

Bei uns zahlen die Kids derzeit 1,25 € pro Monat. Trotzdem kommen wir damit über die Runden, auch wenn keine großen Luftsprünge damit gemacht werden können. Zuerst einmal würde ich die Beiträge auf ein vernünftiges Niveau setzen.

Hinzu kommt, dass im letzten Jahr im Seniorenbereich schätzungsweise 12000 Euro Siegprämie an die Spieler unserer ersten Mannschaft (Kreisliga) ausgezahlt wurden. Dann will mir jemand sagen, dass der Verein Pleite sei, wenn die Trainer eine Aufwandsentschädigung erhalten würden? Ich würde sagen, man sollte die Prioritäten neu setzen.

Mal eine ganz einfache Frage: Warum sind Eltern bereit 49€ im Monat für eine Fußballschule auszugeben aber im Verein nur 1,25€? Keine Angst ich plädiere nicht für 49€ Mitgliedsbeitrag im Monat. :-) Aber Qualität hat nun mal seinen Preis. Warum ich dann ausgerechnet jeden reingerutschen Vater auf die Füße steige, verstehe ich nicht. Dies heißt ja noch lange nicht, dass er keine gute Qualität liefert. Ich glaube ich bin der einzige bei uns im Verein, der keinen Sohn im Verein spielen hat.

Ich behaupte, dass es nicht undenkbar ist, dass alle Jugendtrainer ihren Aufwand ersetzt bekommen. Natürlich klappt dies nicht, wenn man für Änderungen nicht bereit ist.

Hier eine große Rechnung auftellen, welche Kosten ein Verein hat, ist glaube ich recht sinnlos. Ich könnte ebenso Einnahmeposten gegenüberstellen, die die ganze Kalkulation wieder in ein anderes Licht rücken lassen. Aber vielleicht hilft es Sadie ja, einen großen Fehler zu begehen und am Ende des Jahres beim Kassensturz eine große Überraschung zu erleben. :-)


re: Aufwandsentschädigung

bomber » 12.03.2008, 17:15
Stefang, bei mir im Kreis ist dies mit der Spendenbescheinigung gängige Praxis.

Mit dem Mitgliedsbeitrag stimme ich dir voll zu. Bei uns kostet ein Kind 13 EUR im Jahr, das ist lachhaft. Familienbeitrag 65 EUR.
Der Beitrag gehört angehoben, was jetzt auch endlich dieses Jahr umgesetzt wird.

Aufwandsentschädigung für Trainer im Jugendbereich halte ich für nicht umsetzbar. Wer soll diese Sachen alle verbuchen. Auch der Kassierer, Kassenprüfer und und und arbeiten ehrenamtlich.
Wir hatten letztes Jahr Probleme mit den Spendenbescheinigungen, da unser Finanzausschuss unsere Angaben mit Stunden anzweifelte. Da haben wir unterbreitet, wenn das so ist, dann machen wir jeden Aufwand geltend. Wie schnell das vom Tisch war, denn wer soll das verwalten und wie nachweisen? Z.B. Telefonkosten DSL? Soll der Verein meine Monatsgebühr bezahlen?Wir müssen die bürokratischen Dinge in einem Verein so einfach wie möglich halten, denn es ist ohnehin schon schwer genug, Leute vom Ehrenamt zu überzeugen.
Unser Vorstand hört auf, wie der Kassierer und keiner findet sich, diese undankbaren Jobs zu tun, leider! Und wenn ich die Zeitung aufschlage, geht es mehreren Vereinen so.
Dann muß man es nicht auf die Demographie schieben, wie das so gern gemacht wird, sondern einfach an mangelndem Engagement, dass die Vereine aussterben!

Ich habe das Glück, einen sehr engagierten Jugendleiter zu haben, der es uns einfach macht, neue Wege zu gehen!
Das ist unbezahlbar, auch mit keiner Entschädigung!

Stefang, ich glaube nicht, dass du einem reingerutschten Vater auf die Füße trittst, denn wer sich für solch eine Aufgabe einsetzt, macht dies für alle Kinder! Ich sehe auch, wenn mir eine Mutter berichtet, die Stunde Judo kostet 20 EURO und bei uns meckert man, wenn man mal für eine Soccerhalle 5 EURO bezahlen soll. Ich habe kein Problem, für die Kinder mal 35 EUR für ne Soccerhalle, 20 EUR für Eis usw auszugeben, aber das sollte für die Eltern auch selbstverständlich sein.


re: re: Aufwandsentschädigung

StKie » 12.03.2008, 18:55
[quote=bomber]Stefang, bei mir im Kreis ist dies mit der Spendenbescheinigung gängige Praxis.
[/quote]

Bei uns im Kreis war es auch gängige Praxis… Bis das Finanzamt eine Gegenkontrolle gemacht hat…

Das Auszahlen und direkte Zurückspenden ist nicht zulässig. Der Umweg über einen Förderverein ist der einzige “legale” Weg.


re: Aufwandsentschädigung

stefang1977 » 12.03.2008, 19:27
Ich kenne bei uns im Kreis einen Verein, der für alle Trainer eine Auswandsentschädigung zahlt. Wie viel weiß ich nicht. Bei anderen Vereinen bekommen A-, B- und C-Jugendtrainer ein Entschädigung. Ich habe während meines Studiums bei einem Verein trainiert, da bekam jeder Trainer 15€ pro Monat.

Eine stundengenau Abrechnung oder eine einzelne Abrechnung der Telefongespräche ist wirklich mit zuviel Aufwand verbunden. Das will sich nicht wirklich jemand antuen. Ich habe letzten noch eine Studie gelesen, wie viel Bürokratismus mit einem Ehrenamt verbunden ist. War recht interessant.

Mit den Vätern habe ich übrigens nicht angefangen, sondern nur etwas dumm formuliert. Ich glaube auch nicht, dass man den Vätern auf die Füße tritt. So, das sollte jetzt wohl verständlich sein. :-)

@StKie: Was legal ist oder was nicht, habe ich (leider) nicht wirklich Ahnung von. Bei uns läuft es ohne Förderverein. Da wir einen Steuerberater als Kassierer haben, kann ich mir nicht vorstellen, dass das ganze falsch bei uns abläuft. Alles ist auf jeden Fall inzwischen gelockert worden. Vor wenigen Jahren musste noch der Geldfluss “Aufwandsentschädigung” und “Spende” nachgewiesen werden und der Verein durfte keine Spendenquittung ausstellen.


re: re: Aufwandsentschädigung

Morph » 12.03.2008, 20:38
[quote=bomber]bei uns ist das ein Ehrenamt und das ist auch gut so!

Wir bekommen aber jegliche Fortbildungen bezahlt und vom Verband sehr gute dezentrale Schulungen angeboten.

Ich kenne dies bereits so aus meiner Jugend. Schade, dass heute gleich jeder nur aufs Geld aus ist. Ich mache dies, da ich:

Freude am Fußball habe
die Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen möchte
ein Stück zurückgeben möchte, was ich von meinen Vorbildern (Trainern) in der Jugend erfahren habe

Ich habe schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich meinem Jugendleiter die Belege für neue Leibchen usw. vorlege, da wir ja mit unseren Bambinis nur Kostenverursacher sind. Wir Trainer bringen noch genug Eigenmittel ein, aber das ist es mir wert.

LG[/quote]

Da kann ich mich nur anschließen und wie schonmal besprochen ist Geld oder Ehrungen doch nicht das wichtigste denn das Wichtigste ist das die Kinder Spaß haben und sich weiter entwickeln

Und meine Meinung ist das die Trainer mehr aufs Geld schauen wie auf die Kinder können keine guten Trainer sein

Und in Sachen Leibchen oder neue Bälle oder Tunierkosten kann der Verein ruhig übernehmen da auch die Bambinis ein Teil des Vereins sind und ich finde sogar einer der Wichtigsten

und zur Anfangsfrage:
Es ist richtig das der Trainer der alleine arbeitet mehr Geld bekommen sollte wie die Trainer die zusammen arbeiten aber würde es dir was bringen wenn du 50€ bekommst und die anderen sich die 50€ aufteilen müssen?

und vorallem die meisten Trainer sind ehrenamtlich unterwegs und bekommen gar nichts udn ich finde das auch gut so wer es macht, macht es aus Leidenschaft und nicht wegen dem Geld.


re: Aufwandsentschädigung

Sadie » 13.03.2008, 11:05
Zunächst einmal möchte ich kurz danke sagen für die Mühe, die Ihr Euch macht.
Also, bei uns ist es halt eben so, dass jeder, der – bis hin zur B-Jugende – den Trainer/Betreuer macht, 50 Euro bekommt. Bei 6 Mannschaften haben wir 10 Betreuer. Das sind also schon mal 500 Euro, die jeden Monat weg sind. Das ist wohl schon länger so. Ich persönlich finde das auch nicht gut, aber vermutlich ist es aus der Not heraus entstanden, weil sich ansonsten einfach niemand gefunden hat. Dass es dem Etat nicht gut tut, ist sicher.
So. Wat willste denn da jetzt machen? Wenn man den Trainern sagen würde, ab sofort gibt es kein Geld mehr, dann werden sie es wohl nicht weitermachen?

Zur Qualität möchte ich noch sagen: Qualität ist für mich, dass jemand in erster Linie mit Kindern umgehen kann. Dass eine Ansprache stattfindet. Dass der Trainer es schafft, aus einzelnen Kindern eine Mannschaft zu machen. Das in erster Linie. Die Kinder sollen Freude am Training haben. Natürlich sollen sie auch Fußball-spielen lernen, insofern wäre ein bisschen Technik zur rechten Zeit vermutlich auch nicht schlecht:-)
Ich brauche keine Lizenzen für G, F, E-Jugend.
KEIN guter Trainer ist für mich, wenn die Kinder erst eine viertel Stunde lang um den Platz rennen müssen. Dann ein Spiel gemacht wird, in dem die Stärke der Mannschaften völlig ungleich ist und bei der einen Mannschaft auch noch der Trainer mitspielt. Wenn dann mehr oder weniger einfach gekickt wird und fast niemals den Kindern irgendetwas erklärt wird. Die Kinder finden das einfach nur ungerecht und ich sehe nicht, was sie dabei lernen.
Wenn die Kinder 45 Minuten vor Spielbeginn da sein müssen, aber erst 20 Minuten vorher ihre Trikots anziehen. Wenn sie sich selber warm machen müssen, was sie natürlich nicht tun.
Wenn zwar jeder gesagt bekommt, wo er spielt. Mehr aber auch nicht. Wenn hinterher nicht über das Spiel gesprochen wird. Weder über das, was gut lief, noch über das, was schlecht lief.
Ich weiß nicht, das alles wirkt auf mich irgendwie komisch (ich habe jetzt auch sicher ein bisschen übertrieben). Solche Sachen wie Mannschaftskapitän, Maskottchen oder irgendwas “Pädagogisches”, was ich für die Kinder und den Zusammenhalt nicht schlecht finde, das gibt es überhaupt nicht. Viele Kinder sind gekommen und wieder gegangen, weil sie sich nicht in die Mannschaft ingegrieren konnten (wie auch, ganz alleine). Ein Mannschaft ist das gar nicht. Das ist ein Haufen zusammengewürfelter Kinder, die ursprünglich mal Bock auf Fußball hatten.
Dezente Hinweise dem Trainer gegenüber helfen gar nichts, direkte Hinweise würden dazu führen, dass er hinschmeißt und jemand anderes ist einfach nicht da. Fertig.
Was soll man denn da machen?
Ich will diesen einen Trainer gar nicht schlecht machen. Er ist wirklich sehr zuverlässig und immer da. Er ist nur einfach sehr jung und hat natürlich keine eigenen Kinder. Er macht es, so gut er kann und er denkt, er macht es sehr gut. So jemandem kann man nicht sagen, dass er in anderen Augen schlecht macht. Versteht das jemand? Das wäre total undankbar. Je älter er wird, desto besser wird es auch, zumindest vom Training her. In letzter Zeit finden öfter mal so Übungen statt, wie sie z.B. im dfbnet vorgestellt werden. Das ist ja schon mal klasse.


re: Aufwandsentschädigung

stefang1977 » 14.03.2008, 10:54
@Sadie: Kann es sein, dass in deinen ganzen Beschreibungen ein wenig Frust mitspielt, was den Trainer deines Sohnes betrifft? Oder interpretiere ich da etwas viel?

Was durch das Geld oftmals fehlt ist eine Identifkation mit dem Verein. Wird die Aufwandsentschädigung nun nachträglich gestrichen, wird dies niemanden gefallen. Stehen die Trainer aber hinter dem Verein, kann man da drüber sprechen.

Ich bin nach meinem Studium wieder in meine Heimat zurückgekehrt. Ich hatte die Möglichkeit eine B-Jugend für 100€ im Monat zu trainieren, habe mich trotzdem für meinen Heimatverein entschieden, obwohl ich das Geld mit Sicherheit gut hätte gebrauchen können.

Natürlich brauche ich keine Lizenzen für die G- bis E-Junioren. Aber gerade für unerfahrene Eltern bieten diese eine Menge Informationen rund um das Training und den Umgang mit den Kindern. Einen sehr großen Anteil hat meiner Meinung nach jedoch die “menschliche Komponente” und diese lässt sich bei Erwachsenen nur sehr schwer beeinflussen.

Von dem Trainer, den du beschreibst gibt es in Dtld. tausende. Es gibt aber auch noch weitaus schimmere. :-) Vielleicht würde diesem Trainer ein Lehrgang gut tuen. Vielleicht bekommt er ja ein “Aha-Erlbnis” bei der Fortbildung und überdenkt seine Methoden.


re: re: Aufwandsentschädigung

Morph » 14.03.2008, 13:55
[quote=Sadie]Zunächst einmal möchte ich kurz danke sagen für die Mühe, die Ihr Euch macht.
Also, bei uns ist es halt eben so, dass jeder, der – bis hin zur B-Jugende – den Trainer/Betreuer macht, 50 Euro bekommt. Bei 6 Mannschaften haben wir 10 Betreuer. Das sind also schon mal 500 Euro, die jeden Monat weg sind. Das ist wohl schon länger so. Ich persönlich finde das auch nicht gut, aber vermutlich ist es aus der Not heraus entstanden, weil sich ansonsten einfach niemand gefunden hat. Dass es dem Etat nicht gut tut, ist sicher.

Ich brauche keine Lizenzen für G, F, E-Jugend.
KEIN guter Trainer ist für mich, wenn die Kinder erst eine viertel Stunde lang um den Platz rennen müssen. Dann ein Spiel gemacht wird, in dem die Stärke der Mannschaften völlig ungleich ist und bei der einen Mannschaft auch noch der Trainer mitspielt. Wenn dann mehr oder weniger einfach gekickt wird und fast niemals den Kindern irgendetwas erklärt wird. Die Kinder finden das einfach nur ungerecht und ich sehe nicht, was sie dabei lernen.
[/quote]

Das ist richtg aber ist es nciht so das genau die Trainer die nur auf das Geld schauen genau die Trainer sind die keine Ahnung haben wie sie es machen sollen und dann das Training genau so gestalten wie du es sagst?
Ich möchte auch nicht sagen das du auch so ein Trainer bist sondern ich denke das du ganeu das Gegenteil bist

Und ich verstehe es das dein Verein Angst hat das “Gehalt” nicht mehr zu zahlen da die Trainer abspringen könnten aber ehrlich ich machs eben für die Kids und es ist mir egal ob ich Geld bekomme oder nicht. Aber klar wär ich auch über eine Aufwantsentschädigung frohlich


re: Aufwandsentschädigung

Feivel78 » 19.04.2008, 23:54
Habe als Jungendtrainer auch Geld bekommen, was ja immer nocht Ehrenamtlich ist , da man im Jahr bis zu 1890 € nebeneinnahmen haben kann ohne weitere angaben machen zu müssen. Sicherlich lässt sich darüber streiten ob man 200 € im monat als Trainer bekommt oder es besser ist dieses Geld in Trainingssachen zu stecken.

Nur sollte man auch mal bedenken , das man auch recht viele Kosten hat die ja auch bezahlt werden müssen.

Ich denke das ein Verein wenn er jeden Monat was zahlt besser da steht als wenn er am ende der Saison die Kosten übernimmt.

Ein Kommentar

  1. Die Aufwandsentschädigung ist wichtiger Bestandteil der heutigen Trainerarbeit.
    Qualität hat seinen Preis!!! Natürlich kann ich Eltern als Trainer einstellen. Dies soll keine Abwertung sein. Aber Trainer sein, mit einem Konzept arbeiten, die einzelnen Lernphasen zu berücksichtigen, Trainingsinhalte mit hoher Qualität und Nachhaltigkeit zu vermitteln ist nicht eben mal kurz gemacht.
    Und als guter Trainer fährt man nicht mal kurz zum Platz und überlegt sich, was machen wir heute oder lädt sich irgendwelche Übungen runter. Sondern sowas muss Vorbereitet werden und dieser Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Die Fahrten usw. als der monetäre Aufwand sei mal dahingestellt. Es geht viel mehr um die Qualität die betrieben wird und am was am Ende dabei rauskommt.
    Denn gute Trainer sorgen mittel- u. langfristig für Erfolg. Erfolg sorgt für steigende Mitgliederzahlen. Und folglich grösseres Potenzial im Sponsoring.
    Fazit Investiert in gute Trainer bzw. Menschen die es werden wollen und Ihr investiert in die Zukunft Eures Vereins!!!!
    p.s. Für Lizenzierte Trainer bekommen Vereine Zuschüsse vom Verband

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Die neusten Beiträge auf elfmeter.de:

Tollhaus DFB-Abwehr: Wege aus der Krise

Duell der Unbesiegten

Saisonvorschau VfB Stuttgart

Münchner Dominanz

Zweite Bundesliga – Fast ein Premiumprodukt