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Bundesliga im Endspurt

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Es geht auf die Zielgerade und das Rennen ist praktisch gelaufen. Der Sieger steht fest. Solche Zusammenfassungen mögen Sportfans überhaupt nicht, aber manchmal dominiert ein Teilnehmer seine Konkurrenten so deutlich, dass die Spannung ausfallen muss. Ein Herzschlagfinale um die Meisterschaft wird es frühestens im Mai 2014 geben. 2013 ist die Messe gelesen.

Der FC Bayern kühlt schon lange vor dem letzten Spieltag das Meister-Weißbier. Eine souveräne Saison liegt hinter dem Rekordmeister. Nennenswerte Schwächeperioden hat sich nur die Konkurrenz geleistet. Der erwartete Zweikampf mit Noch-Meister Dortmund war keiner, fehlende Konstanz beschreibt die Saisonbilanz des BVB so treffend wie knapp.Nebenbei sorgte der FCB noch für einen Transfer-Hammer und angelte sich Kataloniens Fußball-Messias Pep Guardiola als neuen Coach für die Jahre nach „Don“ Jupp Heynkes, der sich mit seiner Bayern-Zeit noch einmal ein Denkmal setzen wird.

Spannung auf den Plätzen

Zumindest ab Platz zwei geht es weiter spannend zu und manche Entscheidung wird sicherlich erst am 18. Mai fallen. Schaut man auf die Plätze für das lukrative europäische Geschäft, könnte es am Ende zwei dicke Überraschungen geben. Nach mehr als 20 Spieltagen schicken sich Aufsteiger Frankfurt und Freiburg an, der etablierten Konkurrenz die begehrten UEFA-Tickets wegzuschnappen.

Dortmund und Leverkusen sind erwartungsgemäß oben dabei und auch die Schalker können eine chaotische Saison noch einigermaßen versöhnlich beenden. In Gladbach und Hannover reicht es nicht ganz zum Vorjahresniveau. Kaderumbildungen und die Belastung der Europa League fordern ihren Tribut. Auf einen chaotischen Saisonstart antwortete der HSV mit großen Einkäufen inklusive van der Vaart-Rückkehr. Damit wurde zumindest der Absturz ins Tabellen-Nirvana verhindert, aber für europäische Weihen zeigt sich das Team wohl immer noch zu schwankend.

Ganz unten stehen mit Augsburg und Fürth zwei Clubs, die vor Saisonbeginn schon für den Abstiegskampf gesetzt waren. Auch der Niedergang der Hoffenheimer kommt nicht ganz überraschend. Die einstigen Überflieger stecken in einer tiefen Sackgasse und werden womöglich bei der nächsten München-Reise die 60er statt des FCB treffen.

Irgendwo dazwischen stehen die Vereine, bei denen es zu mehr über eine ganze Saison nicht reichen konnte. Stuttgart, Mainz, Bremen liefern manchmal einen Lichtblick, öfters einen Ausfall und meistens Durchschnitt ab. Sie erfüllen ihre Erwartungen und müssen sich schon freuen, wenn der Abstiegskampf in anderen Stadien ausgetragen wird. In Nürnberg und Düsseldorf wird man am Ende die Zielerreichung bejubeln können, denn für beide Teams ist der Klassenerhalt zu schaffen. Hier wird ein Platz im Mittelfeld noch gefeiert.

Nach großem Jubel sieht es dagegen in Wolfsburg nicht aus. Es war nicht damit zu rechnen, dass Felix Magath das Blatt in der Autostadt noch wenden konnte, aber auch seinem eilig berufenen Nachfolger Hecking gelang bestenfalls ein Strohfeuer. Selbst wenn der Klassenerhalt geschafft wird, dürfte die Fußballabteilung wohl die größte Fehlinvestition der sonst so erfolgreichen Wolfsburger Autobauer markieren.

Was bleibt

Die Saison 2012/2013 ist bisher noch nicht geeignet, große Spuren zu hinterlassen. In München wird man sich mit einem Punkterekord in den Geschichtsbüchern verewigen. Es ist eines dieser seltenen Jahre, in denen der Meister mit einer nahezu makellosen Saison den Titel einfahren wird. Der Rest sind eher Randnotizen, die bald verblassen werden, wenn es 2013/14 mit dem Glanz eines Guardiola weitergeht und wenn wir alle wieder über den nächsten Weltmeister spekulieren werden.

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