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Braucht Bayern München Thiago Alcantara überhaupt?

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Pep Guardiola hat unmissverständlich klar gemacht, dass er Thiago Alcantara beim FC Bayern haben möchte. Doch brauchen die Bayern Thiago angesichts des ohnehin schon stattlichen Angebots an Mittelfeldspielern überhaupt? Und was würde eine Verpflichtung des 22-jährigen Jungstars für den Konkurrenzkampf bedeuten?

Rein wirtschaftlich MUSS sich Bayern München um Thiago Alcantara, der zu den größten Talenten des europäischen Fußballs zählt, bemühen. Denn dank einer Ausstiegsklausel darf er Barcelona für eine festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 18 Millionen Euro verlassen. Ein absolutes Schnäppchen für einen Spieler mit diesem Talent und dieser Perspektive. Aber auch sportlich wäre Thiago natürlich eine große Verstärkung für die Bayern. Der Spanier mit brasilianischen Wurzeln gilt als extrem vielseitig und kann im Mittelfeld sowie im Sturm jede Position spielen, ist technisch sehr beschlagen, ballsicher und extrem dribbelstark.

Beim FC Barcelona soll(te) Thiago langfristig das 33-jährige Mittelfeld-Genie Xavi beerben, doch der Jungstar schart extrem mit den Hufen. Er will mehr Spielzeit. Notfalls eben bei einem anderen Klub – und dieser scheint Bayern München zu werden. Denn glaubt man der medialen Gerüchteküche, ist der Triplesieger drauf und dran, den Transfer einzutüten und Guardiola seinen absoluten Wunschspieler ins Team zu holen.

Thiago als fehlendes Puzzlestück

Es ist kein Wunder, dass der Bayern-Pep so versessen auf Thiago ist. Guardiola war es, der den vielseitigen Offensivmann 2011 aus der B-Mannschaft zu den Profis des FC Barcelona hoch zog und ihn so gefördert hat. Zudem kennt Thiago das ‘Guardiolanische’ Spielsystem aus dem Effeff, hat diese quasi in Barcas Jugendakademie La Masia mit der Muttermilch aufgesogen. Für Guardiola wäre es leichter, sein Spielsystem schneller auf die Bayern-Mannschaft zu übertragen und Thiago  wäre somit auch das fehlende Puzzlestück vom FC Bayern 2013/14. Denn einen anderen Spieler will Guardiola nicht, wie er ebenfalls ausdrücklich betonte.

Überirdischer Konkurrenzdruck? Na und!

Doch auf der anderen Seite würde eine Verpflichtung von Thiago den ohnehin schon harten Konkurrenzkampf im offensiven Mittelfeld weiter verschärfen. Mit Mario Götze, Franck Ribery, Arjen Robben, Thomas Müller, Toni Kroos und Xherdan Shaqiri streiten sich schon jetzt sechs überragende Fußballer um drei bis vier Positionen. Das defensive Mittelfeld ist dagegen mit Bastian Schweinsteiger, Javier Martinez und Luiz Gustavo nicht so überlaufen, sodass Thiago eine absolut sinnvolle Ergänzung wäre. Auch vor dem Hintergrund, dass Guardiola offenbar mit Martinez als Innenverteidiger plant und sich Schweinsteiger in ein bis zwei Jahren vielleicht doch noch seinen Wunsch von einem Auslandswechsel erfüllen wird, hätte der FC Bayern gleich einen Nachfolger in der Pipeline. Entscheidend wird sein, ob es Guardiola ähnlich gut gelingt wie seinem Vorgänger Jupp Heynckes, Spieler bei Laune zu behalten, die nicht auf ihre gewünschten Einsatzzeiten kommen.

Sollte Thiago beim FCB anheuern, werden sich aber von hochgepriesenen Nachwuchskräfte wie Pierre-Emile Hojbjerg oder Emre Can die Aussichten auf Einsatzzeiten bei den Profis und somit deren Entwicklungsmöglichkeiten deutlich verschlechtern. Dieses Risiko wird man in München aber eingehen.

Fest steht: Guardiola hat zahlreiche Optionen und für die Gegner wird es künftig deutlich schwerer, das Spiel der Bayern auszurechnen. Und mit Thiago wäre man noch ein ganzes Stückchen unberechenbarer!

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